Mira Wald

Mira Wald wurde als einziges Kind des Liebespaares Blanca Gratiano und Francois Degeulle in Argentinien gezeugt und kam, 2 Wochen vor dem Geburtstermin, auf dem Weg nach Paris zur Welt. Das erste Problem ihres bis dahin nur 3-stündigen Lebens war demnach eine unklare Staatsbürgerschaft und damit verbunden das Gefühl einer kulturellen Unzugehörigkeit in ihrem späteren Leben. Ihre Mutter Blanca, eine professionelle Tango-Tänzerin, hatte wenig Zeit für die Tochter, und auch ihren Vater Francois sah das Mädchen immer seltener, da er als französischer Schriftsteller sein Geld verdienen musste und neben kleinen Artikeln und Feuilletonbeiträgen seit der Geburt des Kindes an einem Roman arbeitete, den er “Le fille de mon rêve” (Die Tochter meines Traums) betiteln wollte.

Als Mira 15 Jahre alt war, verlor sie ihren Vater durch die Folgen einer Bienenstich-Allergie und ihre Mutter stürzte in ein depressives Loch, aus dem sie lange nicht mehr ans Licht trat. So lernte Mira schon früh, für sich selbst zu sorgen und den Hindernissen des Lebens den Rücken zu kehren. Mit der von ihrem Vater vermittelten Leidenschaft für Sprache und Poesie begann sie schon in jungen Jahren, Gedichte, Kurzgeschichten und lyrische Prosa zu verfassen. Nach dem Abitur an einer französischen Schule zog Mira nach Deutschland und lebt seitdem in Berlin, wo sie als freischaffende Autorin tätig ist. An der Humboldt-Universität studierte sie Gender-Studies und Theologie und nur die Liebe hielt sie davon ab, dem Ursulinen-Kloster beizutreten und Nonne zu werden. In ihrem letzten Studienjahr lernte sie Hubert Wald kennen, einen Privatdozenten und Spezialisten für altromanische Vasenkunst, und verliebte sich so sehr in ihn, daß beide nur einen Monat nach ihrem ersten Kuss heirateten. Heute lebt Mira Wald am Rande Berlins in einer viktorianischen Stadtvilla und plegt ihre immernoch depressive Mutter tagsüber, während sie die Nächte ihrer schriftstellerischen Tätigkeit widmet.

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