Streicheleinheiten

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Streicheleinheiten

Streicheleinheiten

Anita Isiris

Der Fahrer wandte sich entschuldigend an Stina, die es sich bereits auf dem Rücksitz bequem gemacht hatte. Ganz kurz versuchte er einen Blick unter ihren Rock zu erhaschen – Stina entging das nicht. Sie rutschte zur Seite und gab ihm zu verstehen, dass sie keine Motorenexpertin war und den Wagen wohl auch nicht zum Laufen bringen könnte. Plötzlich standen fünf Männer ums Auto herum, als wären sie gerufen worden. Sie schoben den Wagen an, der dann endlich lostuckerte. Es war drückend heiss; Stinas T-Shirt klebte am Körper. „Hotel Bounty, please!“. Stina war kurz angebunden; sie hatte Erfahrung im Umgang mit den Männern hier. Der Taxifahrer war Inder, hatte einen ehemals weissen Turban auf dem Kopf und unzählige Ringe an seinen feingliedrigen Fingern. Motorräder kamen in die Quere, Motorräder, die ganze Familien durch die engen Strassen führten – zu Fuss kam man bestimmt rascher vorwärts, aber Fahrzeuge gehörten hier zum Prestige. Vorbei an Hühnerkörben, Bettlern, gelangweilten Jungs und Frauen in hochgeschlossenen Kleidern gelangte Stina endlich in ihr Hotel.
Wie sie die beiden Pools liebte! Am vorderen wurde gesoffen; im Wasser befanden sich ein paar Hocker, so dass man sich an die Bar setzen konnte ohne aus dem Schwimmbecken auszusteigen. Hiruhito, der Japaner, war immer noch da und mixte in stoischer Art die verlangten Drinks. Stinas Zimmer befand sich am hinteren Pool. Sie verfügte über einen kleinen Balkon und eine breite Fensterfront, die den Blick freigab auf die geschwungenen Dächer der Hotelanlage. Bloss schade, dass sie stets die Vorhänge zuziehen musste – es wimmelte hier von Voyeuren. Das lag wohl an den vielen Winkeln, Säulen und Seitentreppen – man konnte sich ausgezeichnet verstecken und beobachten. Als erstes entledigte Stina sich ihres schweissnassen T-Shirts und zog ihr Bikinioberteil an.

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