“ Sie knickste aus alter Gewohnheit. Darüber mussten wir dann beide lachen.
„Ich habe mit meinem Freund Joseph gesprochen, der lebt in einem Haus am Stadtrand ganz allein. Wenn Du seinen Haushalt führen möchtest? Er ist kein reicher Mann, aber er bietet Kost und Logis.“
Dankbar nahm sie an und zog zu Joseph.
Schon am nächsten Morgen begannen wir mit der Aufarbeitung der Zeit unter Mad Max. Die Beteiligten des Putsches behielten ihre weißen Armbinden und wurden der erste Ordnungsdienst der Stadt. Richter gab es nicht mehr in Frederik, aber es fanden sich zwei Rechtsanwälte. Einer wurde zum Anwalt der Gangster, der andere zum Staatsanwalt bestellt. Sie nahmen sofort die Ermittlungen auf und versuchten bei jedem der Überlebenden seinen persönlichen Anteil an der Schuld festzustellen bzw. ihn zu entlasten. Außerdem wurde noch eine Reihe von Kollaborateuren verhaftet. Keine Bandenmitglieder im eigentlichen Sinne, aber Leute die skrupellos im ihrem Fahrwasser gesegelt waren. Darunter war der Eigentümer des ‚Grand Hotel‘ und der ‚Wirtschafter‘ des Bordells.
Zwei Tage später fand eine öffentliche Gerichtsverhandlung im Stadion statt. Joseph saß einem dreiköpfigen Gericht vor, zusammen mit dem Arzt der Stadt und einem ehemaligen Lehrer. Am Ende der Verhandlung war Maxine zum Tode, die beiden Unterführer und vierzehn weitere zu Zwangsarbeit zwischen zwei und 10 Jahren zum Wohle der Stadt verurteilt.
Maxine und die beiden Unterführer wurden außerdem dazu verurteilt bei den letzten jemals abzuhaltenden ‚Games‘ am nächsten Sonntag aufzutreten. Danach würde diese unselige Art von Veranstaltung ein für alle Mal verboten werden. Der vorläufige Stadtrat von Frederik, bestehend aus sechs Männern unter dem Vorsitz von Joseph hatte sich im Vorfeld darauf geeinigt noch einmal so ein unwürdiges und entehrendes Geschehen zuzulassen um den drei Hauptschuldigen begreiflich zu machen was sie da eigentlich veranstaltet hatten und der geschundenen Stadtbevölkerung Gelegenheit zum Dampfablassen zu geben.
Zwei Outlaws, die nachweisen konnten, nur kurz dabei und ohne persönliche Schuld, einfach durch besondere Umstände zur Mitgliedschaft gepresst worden zu sein, bekamen einen Freispruch, mussten die Stadt aber für alle Zeiten verlassen. Das gleiche Schicksal ereilte auch die Kollaborateure und Wilsons Frauen und ihre Kinder. Der ‚nervöse Nigel‘ hatte keinen familiären Anhang, den man hätte ausweisen müssen.
Die „normalen“ Mitglieder von Maxines Verbrechertruppe konnten schon ab dem nächsten Tag im Einsatz gesehen werden. Als Chain-Gangs wurden sie zur Brennholzbergung, bei der Müllabfuhr oder, auch sehr beliebt, beim Ausfahren von Hausklärgruben oder dem Einsammeln und Verbrennen von Donalds eingesetzt.
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