Trotzdem flossen bei ihr Tränen. Wusste sie von meiner Verabredung mit Silke?
Am kommenden Tag tauchte Dana sehr genau um 13:30 Uhr bei mir im Büro auf. „Du bist ja da!“ stellte sie fast schon überrascht fest.
„Ich habe heute keinen Termin mehr!“ lächelte ich sie an. Dana erzählte, dass sie in einer Stunde eine Untersuchung bei ihrer Frauenärztin hätte und ob ich mitkommen würde. „Vielleicht sieht man heute, ob es eine Melika wird?“ meinte meine Geliebte voller Vorfreude.
„Warum bist Du nicht hingegangen?“ fragte sie plötzlich sehr ernst.
„Zu Silke?“ fragte ich wissend. „Da habe ich Dominik hingeschickt!“
In diesem Moment läutete ihr Mobiltelefon. „Ich weiß;“ hörte ich Dana sagen. Und nach ein paar Augenblicken noch ein „Wir reden noch!“
„Silke hat mich vorhin angerufen;“ erzählte meine Geliebte, „und triumphierend behauptet, Du triffst Dich mit ihr zum Ficken.“
Also war Dana ahnungslos. Wie konnte ich auch nur im Ansatz denken, sie würde mich testen wollen?
„Und jetzt ist sie enttäuscht?“ fragte ich hämisch.
„Dominik war bei ihr.“ Dass Dana von nichts wusste, war ihr förmlich anzusehen.
„Er hat ihr ein Bild gebracht!“ erklärte ich.
„Ja mit mir und Dir und unserem Sohn drauf!“ ergänzte Dana.
Hat sie da gerade ‚unserem Sohn‘ gesagt? Ich nahm Dana in den Arm. „Schön, dass Du das so siehst!“ flüsterte ich ihr zu.
Selbstredend bin ich mit zur Frauenärztin. Auch bei der Untersuchung durfte ich zugegen sein. Und dann der Ultraschall. Die sehr sympathische Frau Doktor sah uns abwechselnd an. Dann schüttelte sie verneinend den Kopf und meinte: „Kein Stammhalter!“
Sie konnte gar nicht verstehen, dass Dana und ich lachend losprusteten. Natürlich bekam sie die Erklärung von wegen schwarzhaarige Schönheit wie ihre Mutter und dass der Name bereits feststehen würde.
„Wie kommt deine Freundin eigentlich auf die Idee, ich würde mit ihr vögeln wollen? fragte ich meine Geliebte auf dem Rückweg.
Glaubhaft versicherte sie mir, keine Ahnung zu haben. „Silke und ihr Mann,“ erzählte sie nachdenklich, „das läuft gerade nicht so mit den Beiden.“
Und nach etwas überlegen meinte sie weiter: „Ich habe ihr erzählt, dass Du…“
„Sag schon;“ ermunterte ich sie, weiter zu erzählen.
„Nun, dass Du so aufmerksam bist und mich auf Händen trägst!“
Ich lachte, denn so wie ich meine Dana kenne, hat sie ganz was anderes erzählt.
„Warum lachst Du?“ fragte meine Geliebte auch gleich.
„Hast Du nicht eher erzählt, wie oft wir miteinander vögeln und was wir dabei alles miteinander anstellen?“
Dana fühlte sich ertappt. „Kann schon sein…“ gab sie kleinlaut zu.
„Und Silke gönnt Dir das nicht?“ mutmaßte ich.
„Keine Ahnung;“ antwortete Dana glaubhaft. „Ich habe Rainer mal abblitzen lassen. Damals als sie schwanger war.“
„Und jetzt will sie Dir beweisen, dass dein Mann dich auch hintergeht, weil er dich mit dem Bauch nicht so attraktiv findet?“ Und versöhnlich fügte ich hinzu: „Natürlich hätte sie mich weggeschickt – wenn ich zu ihr gegangen wäre!“
Dana grübelte über irgendetwas nach. Ich hatte das Auto schon vor unserer Garage abgestellt, als sie mich fragte: „Würdest Du gerne mal mit Silke…?“
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