Vier Wochen waren seit dem ‚Treuetest‘ vergangen. Dana war mittlerweile im sechsten Monat schwanger und sehr anhänglich bzw. liebesbedürftig. Inzwischen liefen auch die Geburts-Vorbereitungskurse. Schon beim dritten war ich terminlich verhindert und meine Geliebte nahm kurzerhand ihren zwölfjährigen Sohn mit. Dominik fand es faszinierend, was dabei so alles vermittelt wurde.
Immer öfter kam Danas Sohn zu mir, wenn es darum ging von A nach B gefahren zu werden. „Mama ist oft unleidlich!“ war seine Erklärung. Wann immer es sich einrichten ließ, tat ich ihm natürlich den Gefallen. Was ich bei Dominik richtig gut fand war, dass er sich sehr oft nach dem Baby erkundigte. Er nutzte jede Gelegenheit, seiner Mutter nah zu sein, das heranwachsende Kind in Danas Bauch zu fühlen und auch nur mal so mit seiner Mam abzuhängen.
„Ist 300 wirklich okay?“ hörte mich wahrscheinlich Dana noch fragen, als ich mich mit unserer Nachbarin über den Gartenzaun hinweg unterhielt und sie zu uns stieß. „Ich fahre jetzt;“ kündigte sie mir an und schenkte mir zum Abschied ein Küsschen. Für den morgigen Tag war ihr Scheidungstermin anberaumt und Dana wollte es sich nicht nehmen lassen, selbst anwesend zu sein. In Berlin, da ihr Noch-Ehemann auch die Gelegenheit bekommen sollte, daran teilzunehmen. „Michi bekommt Freigang für diese Zeit;“ meinte Dana beiläufig.
Nein, ich würde meiner Geliebten nicht unterstellen wollen, dass da etwas laufen würde mit ihrem Ex. Angst hatte ich einzig davor, dass er Gelegenheit bekommen könnte, gewalttätig gegen sie zu werden. Dana wollte nicht, dass ich mitkomme, so sehr ich es ihr auch angeboten hatte. „Ich bring das allein zu Ende, ja!“ war ihr Tenor.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.