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Dana ist jetzt im achten Monat. Melika wächst und gedeiht! Alle Untersuchungen waren zur vollsten Zufriedenheit der Ärztin ausgefallen. Einzig Dana ist seit Tagen unleidlich. Sie kann nicht richtig schlafen, die meisten Tätigkeiten fallen ihr schwer und, Zitat meine Frau: „eigentlich tut mir alles weh!“
Sex? Seit fast zwei Wochen Fehlanzeige! Gut, das ist jetzt nicht so schlimm. Dafür war sie die Monate zuvor beinahe unersättlich. Und auch ‚danach‘ immer zufrieden! Ich will damit sagen, dass Dana genießen konnte und keinesfalls verkrampft war.
„Michi geht es schlecht!“ fasste meine Frau ein Schreiben der JVA zusammen. „Er ist depressiv und bräuchte eine Perspektive!“ Das Schreiben war nicht offiziell von der Anstalt. Die betreuende Psychologin hatte Dana als Michis Exfrau angeschrieben.
„Seine Eltern wollen ihn nicht sehen, oder haben keine Möglichkeit nach Berlin zu kommen.“ Dana griff unser Gespräch über den Brief der JVA nach geraumer Zeit wieder auf. „Soll ich hinfahren?“
Ich hielt das für keine gute Idee. Er hat sich selbst in diese Lage gebracht und wenn der Zufall es nicht sehr gut mit Dana gemeint hätte, würde sie durch seine Schuld jetzt auf der Straße leben. Wenn sie überhaupt noch am Leben wäre…
Wahrscheinlich hätte ich auch unter normalen Bedingungen mein Veto eingelegt. Aber vier Wochen vor der Geburt unseres Kindes die unnötige Strapaze einer Reise von einfach etwa 600 Kilometern auf sich zu nehmen? Dazu der psychische Stress!
„Ich könnte ihm an meinem Glück etwas teilhaben lassen,“ überlegte Dana und streichelte über ihren Bauch. „Und wenn ich Dominik mitnehme?“ Dana zerrte alle möglichen Argumente für diese Fahrt hervor. Was blieb mir anderes übrig als nachzugeben? „Wenn, dann fährst Du am Wochenende,“ machte ich zur Bedingung, „mit Dominik! Und der ist immer an deiner Seite!“ Ich selbst hatte schon ab morgen eine dienstliche Verpflichtung im Hamburger Raum und konnte das Ende nicht absehen. Ich beschwor unseren Sohn, alle anderen Betrachtungsweisen wies ich inzwischen von mir da wir ausgezeichnet miteinander auskamen, gut auf seine Mutter aufzupassen und im Zweifel lieber die Sanis zu rufen als irgendein Risiko einzugehen.
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