Zwei Schwestern schoben das Bett mit Dana den Gang entlang. Erstmal konnten wir uns nur ganz kurz mit einer Hand berühren. „Wir schieben ihre Frau rein und dann gehört sie ganz Ihnen!“ meinte eine der beiden. Sie bugsierten das Bett durch die Türe und stellten es in die richtige Position. Dana streckte schon beide Arme nach mir aus. Jetzt weiß ich, was ich machen muss, damit Du ganz schnell zu mir kommst!“ unkte sie gut gelaunt.
„Sind Sie der Mann von Frau Schröder?“ fragte der Arzt, der mich unter einem Vorwand hinaus auf den Gang gebeten hatte. Dana behielt, mit Rücksicht auf ihren Sohn, ihren angeheirateten Namen nach der Scheidung bei. „Ich bin ihr Freund. Verlobter wenn Sie so wollen.“ Dann darf ich Ihnen nicht…“ setzte er an. „Doch!“ unterbrach ich ihn und hielt ihm die Patientenverfügung hin, die ich vorsorglich aus dem Auto mit hereingebracht hatte.
„Gut,“ meinte er, „Frau Schröder hatte einen Kreislaufzusammenbruch.“ Ich sah den Arzt fragend an. „Die Schwangerschaft, vielleicht zu wenig getrunken, Stress? Eigentlich kein Problem. Aber,“ er sah mich mit ernster Miene an, „wir können einen Schlaganfall oder Anzeichen einer Epilepsie nicht ganz ausschließen.“ Der Arzt nahm mich am Arm und drehte mich ein wenig. Nach ein paar Schritten fuhr er fort: „Montagabend wissen wir mehr! Dem Kind geht es gut, da ist sich unser Gynäkologe sicher.“
Eine Ärztin, so Mitte dreißig, kam uns entgegen. „Schröder?“ fragte sie ihren Kollegen, was dieser nickend bejahte. „Ich bin Doktor Rojahn,“ stellte sie sich vor. Ich betreue ihre Frau. „Oh, ein ganzes Team;“ stellte ich überrascht fest. „Ich war in ähnlicher Situation wie Frau Schröder und kann mich ganz gut in sie hineinversetzen;“ erklärte mir die Ärztin. „Ich habe ihrer Frau erklärt, dass sie einen Kreislaufkollaps erlitten hat und auch alles, was wir noch nicht ausschließen können. Was sie jetzt nicht braucht ist Aufregung! Erzählen Sie ihr was Schönes, vielleicht vom letzten Urlaub, machen Sie Zukunftspläne aber sprechen Sie sie nicht auf ihren Exmann an! Das scheint mir Stress für ihre Frau zu sein, den sie im Moment überhaupt nicht brauchen kann.
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