Von Anfang an wollte ich nicht das Gefühl aufkommen lassen, sie für ihre Dienste zu bezahlen. Die 300 Euro lagen immer am selben Platz auf der Kommode im Gang. Meist steckte sie sie im Vorbeigehen ein. Heute aber drehte sie sich zu mir um und wedelte ein wenig damit. „Danke!“ kam ernst über ihre Lippen. Wir tauschen noch einen langen Kuss, bevor sie in ihren Corsa stieg und aus der Garage fuhr. Ich hatte irgendwie ein komisches Gefühl. Hatte Dana da schon Angst? Wenn ich gewusst hätte…
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Am zweiten Weihnachtsfeiertag läutete frühmorgens mein Mobiltelefon. <Dana> zeigte das Display. „Bitte, kannst Du mich abholen?“ Sie klang unsicher und ängstlich. Ich fragte nur: „Wo?“
Wie ein Berserker jagte ich nach Dresden. Dana stand am verabredeten Treffpunkt. Allein. Ohne ihren Sohn aber mit einer Reisetasche. Ihr Gesicht war verheult und sie wirkte sichtbar verstört.
Ich wollte sie in den Arm nehmen, aber Dana bat, sie schnell hier wegzubringen. „Nicht dass der hier auftaucht.“
Dana war mehr damit beschäftigt sich umzudrehen, als dass sie etwas erzählt hätte. Ich erfuhr nur, dass Michi irgendwie hinter unsere Affäre gekommen war. Am ersten Rasthof hielt ich an. Ich erstand etwas zu essen und zu trinken und wir setzten uns an einen der abgelegeneren Tische.
In Bruchstücken erzählte Dana, dass er ihr unser Verhältnis an den Kopf geworfen hätte. Sie stritt erst alles ab. Aber als Michi anfing sie zu schütteln und, nach zwei Ohrfeigen, die Hände um ihren Hals legte und sie würgte, gab Dana alles zu. „Ich hatte noch nie so viel Angst;“ sagte sie mit Tränen in den Augen.
Auf meine Frage nach Dominik heulte sie dann richtig los. „Der bleibt erst Mal bei ihm.“ Dana putzte sich die Nase. Dann platzte sie heraus: „Er will 25.000 Euro.“
„Bitte?“ fragte ich nach.
„Wenn Dir an mir was liegt, sollst Du 25.000 Euro zahlen.“
„Wofür?“ Der spinnt, dachte ich.
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