Dana suchte ihre Sachen zusammen. „Dein Schlüssel!“ Sie drückte ihn mir in die Hand. „Und er erpresst Dich auch nicht? Du machst das freiwillig?“ Ich konnte nicht glauben, dass Dana einfach so zurückgehen würde.
„Nein er erpresst mich nicht. Er hat nur gesagt;“ sie zögerte ein wenig und wich etwas zurück, „das Geld will er behalten. Als Leihgebühr sozusagen. Dass Du mit mir gefickt hast.“ Sie drehte sich um und wollte gehen. Ich hielt sie am Arm fest. Tränen liefen über ihr Gesicht. „Willst Du nicht doch bleiben?“ bot ich ihr an. „Ich lieb Dich doch!“
Dana schüttelte den Kopf. „Nein, ich kann nicht!“ Ich hörte noch, wie sie schluchzte: „Es tut mir so leid. Ich lieb Dich doch auch!“ und die Türe hinter sich zuzog.
Noch vor dem Ende der Saison tauchte Dominik nicht mehr beim Fußball auf. Ich erfuhr, dass seine Eltern mit ihm weggezogen sind.
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Zeitsprung. Gut eineinhalb Jahre später. Dana hing mir lange nach. Aber alle anfänglichen Versuche Kontakt mit ihr aufzunehmen, Telefon, WhattsApp, Brief persönlich über ihre Chefin an sie, waren erfolglos. Vielleicht hatte sie ja doch ihr Glück gefunden. Und ich hoffte inständig, dass mein Geld als ‚Startkapital‘ für ihre Zukunft letztendlich doch gut angelegt war.
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Aktuell war ich für meine Firma in Berlin tätig. Abends auf dem Weg vom Hotel in ein Restaurant beobachtete ich im Durchgang unter einer großen Kreuzung, wie eine scheinbar Obdachlose Passanten um Kleingeld anbettelte. Als ‚Dankeschön‘ für eine Spende erhielten sie eine selbstgebastelte Papierblume von ihr. Der Mann, den sie gerade ansprach, war unfreundlich. Laut drohte er ihr Schläge an, wenn sie nicht sofort verschwinden würde. „Ich hätte gerne eine!“ mischte ich mich ein und zog meine Geldbörse. Der Fremde verschwand.
„Wieviel?“ fragte ich die Frau.
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