300 Euro - Teil 4

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300 Euro - Teil 4

300 Euro - Teil 4

Grauhaariger

„Ja, wirklich? Nach alledem?“ Dana klang sehr deprimiert. Auf meine Frage, warum sie denn auf der Straße gelandet sei, meinte sie nur, dass das eine lange Geschichte wäre. „Michi hatte das Geld von Dir relativ schnell verprasst. Er musste unbedingt nach Berlin. Und hier hat er dann keine Arbeit gefunden. Er hat dann eine Tanke überfallen;“ Dana schniefte und schnäuzte in das von mir gereichte Taschentuch, „Und einen Juwelier. Den hat er bedroht. Und dann haben sie ihn eingebuchtet.“ Sie erzählte weiter, dass das Geld, was sie als Aushilfskraft verdiente bei weitem nicht ausreichte. „Dominik kann bei Michis Eltern leben. Und ich hab jetzt Schulden am Hals. Tag und Nacht gearbeitet. Weil ich eingeschlafen bin, haben sie mir den Job gekündigt. Und seit vorgestern…“ sie brach ihre Erzählung ab.

„Ich würde Dir helfen…“ Ich musste kurz überlegen und konkretisierte mein Angebot. „Du lässt Dich scheiden. Ich übernehme deine Verpflichtungen und Du schlägst mir praktisch keinen Wunsch ab, den ich an Dich habe. Überleg es Dir!“

Dana sah erbärmlich aus. Gleich an der Straße befand sich ein Taxistand. Ich beschwor Dana nicht wegzulaufen. Der zweite Wagen wurde von einer Frau gefahren. Ich sprach sie an und nach ein paar kurzen Erklärungen und hundertfünfzig Euro, die ich ihr in die Hand drückte, kam ihre Zusage.

Kurzerhand packte ich Dana in das Taxi. Der Fahrer des reihenersten Fahrzeugs beschwerte sich zwar, aber mein Argument, dass ich nur von einer Frau gefahren werden möchte, musste er akzeptieren.

Mein Hotel lag praktisch um die Ecke. Die Fahrerin ließ uns aussteigen und fuhr weiter. An der Rezeption stellte ich klar, dass Dana zu mir gehört und buchte mein Zimmer in ein Doppelzimmer um. Begeistert war der Hotelangestellte nicht, bei dem desolaten Zustand meiner Begleiterin.

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