A Brick House

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A Brick House

A Brick House

Abdullah Quasseem

Bei aller Fülle wirkte sie doch knackig, aufreizend anziehend.
Schritt für Schritt schob sich die Schlange der Wartenden vorwärts. Gleich wäre sie an der Reihe. Um ihren rechten Oberschenkel verlief ein schmales Tattoo-Ornament, einem Strumpfband gleich und an der Wade hatte sie sich einen verschnörkelten Schriftzug tätowieren lassen, den er allerdings nicht entziffern konnte. Jetzt war sie dran. Lars konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er den Blick des Kerls hinter der Theke erkannte, der förmlich in ihren Balkon abstürzte, während sie sich zur Aufgabe ihrer Bestellung in das Kioskfenster hineinbeugte. Sie orderte eine Pinsa Romana, diesen neumodischen Zwitter aus Pizza und Flammkuchen, der angeblich schon im antiken Rom geschätzt wurde, eine Johannisbeerschorle und einen Aperol Spritz. Als ein kurzer Windstoß den Zwanzig-Euro-Schein, mit dem sie bezahlen wollte, von der Theke wehte, bückten sie sich beide gleichzeitig danach, doch er bekam ihn schneller zu fassen. Sie bedankte sich mit einem freundlichen Lächeln und jetzt bot sich auch ihm die Möglichkeit, seinen Blick in ihren Vorbau zu versenken. „Nicht schlecht, mein lieber Schwan, echt nicht so schlecht“, musste er denken und konnte den Typ hinter der Theke nur umso besser verstehen.
„Soll ich dir nicht besser beim Tragen helfen?“, bot er sich an, als sie ein wenig ratlos mit ihren drei Bestellungen plus ihrem Geldbeutel herumhantierte, „ich hab‘ nur ein Wasser.“ Sie nahm sein Angebot gerne an und so schlenderten sie gemeinsam zu ihrem Platz, währenddessen sich Lars überlegte, für wen sie wohl das zweite Getränk mitbrachte. Kein Typ, hoffte er insgeheim. Der hätte vermutlich nicht die Frau zum Kiosk geschickt, obwohl man das heutzutage nicht mehr so genau sagen konnte, nicht alle waren schließlich „Alte Schule“ wie er.

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