Aber bitte mit...

32 7-11 Minuten 0 Kommentare
Aber bitte mit...

Aber bitte mit...

Eva Maria

"…Sahne!" Hörte Loni den Unbekannten seine Bestellung aufgeben. Seit zwei Wochen kam er in das kleine Cafe, wo sie sich mit Heike in ihrer Mittag aufhielt. Und jeden Tag bestellte er eine Tasse Kaffee mit Sahne und einem Schuss Eierlikör.Heike musste sich das Lachen verkneifen. Sie schupste Loni an die Seite und verleierte dabei ihre Augen: "Da ist der Schlipsträger wieder. Und heute hat der Herr eine Blaukarierte umgebunden. Was ganz Neues!", flüsterte sie und presste sich dabei ihre Hand auf den Mund.
"Na, so schlecht sieht der doch gar nicht aus. Nur eben sehr steif!"
"Steif?!", Heike kniff die Lippen zusammen. Ruckartig drehte sie sich in seine Richtung und musterte ihn ungeniert. Dann schüttelte sie den Kopf: "Du! Steif kennt der nicht!"
"Heike! Nun hör aber auf. Mensch! Ich meinte doch nicht seinen Schniedel. Sondern ihn."
"Wo isen da ein Unterschied? Ich meine ja auch nur SEINEN Schniedel!"
"Weißt du. Der hat doch was. Stell ihn dir mal ohne diesen dunklen Anzug und dem weißen Hemd vor. Na, vielleicht…"
"Nackt? Und dann mit einem Steifen und nen blauen Schlips?", fiel ihr Heike ins Wort.
Jetzt gab es kein Halten mehr. Beide kicherten los. Als sich Loni etwas beruhigt hatte, lehnte sie sich über den Tisch: "Mensch Heike! So schlimm sieht er doch gar nicht aus. Irgendwie mag ich ihn. Er hat was!"
"WAS?", Heike riss ihre Augen auf, gluckste vergnügt vor sich hin: "Nur was? Das meinst du doch nicht wirklich? Sieh ihn dir an, diesen Schlipsträger. Sein Jackett verdeckt einen Bauch. Bierbauch! Sage ich dir. Die Kaffeemasche ist nur Tarnung! Hast du schon mal beobachtete, wie andächtig der seinen Kaffee umrührt und den Tassenhenkel behutsam zwischen seine Finger klemmt?"
"Ja! Das habe ich auch gesehen. Doch er hat schöne Hände. So schlank und gepflegt."
"Schlanke Hände, schlanke Hände! Spinnst du jetzt total oder was? Er hat einen dicken Bauch. Na wie sieht das aus? Äh!"
"Er hat aber einen schönen Po. Seine Hosen sitzen immer tadellos und da wirkt sein Po einfach toll. Er sieht knackig aus!"
"Was hat der für einen Arsch? Einen festen? Ne du. Nicht bei dem Bauch. Der hat einen guten Schneider. In einer Jeans würde dem sein Hintern nie so prall aussehen."
"Das weißt du doch nicht. Also, ich finde ihn wirklich nicht übel. Nur eben - anders."
"Na gut. Auf das ‚Anders’ können wir uns heute einigen!"
"Ach du Mist! Wir müssen los. Guck mal, wie spät das schon ist."
Gehetzt sprangen beide auf, bezahlten und verließen das Lokal. Zehn Minuten später hasteten sie die schmale Treppe zu dem Architekturbüros hinauf.
Zwei Tage später wurde Heike krank. An diesem Mittag ging Loni wie üblich in das Cafe und las ein Magazin. Ab und an schielte sie über den Zeitungsrad zu dem Unbekannten hinüber. Unverhofft blickte er auf und sah direkt in ihre Augen. Für einen winzigen Augenblick tauchte sein Blick in ihren. Sie verharrten. Lächelten sich an. Dann senkte Loni ihre Lider und versteckte sich hinter den bunten Blättern. Irgendwie war es ihr peinlich und doch wollte sie ihn aus der Reserve locken. Er reizte sie.
So legte Loni ihre Handtasche auf das Tischchen. Während sie scheinbar selbstvergessen die große Tasse mit beiden Händen umfasste und Schluckweise ihren Milchkaffee trank, schupste sie die Tasche mit dem Ellenbogen vom Tisch. Plauz und sie landete auf dem Boden. Gekonnt erschrocken zuckte sie zusammen und blickte verdattert nach unten. Schon sprang er auf und eilte zu ihr. Bückte sich und hob die Tasche auf. Als er ihr das hellbraune Lederteil gab, berührten sich ihre Hände - nur ganz kurz. Dabei strömte etwas in ihre Finger, kroch durch die Blutbahnen. Ihr Herz pochte wild und in ihrem Bauch krabbelte eine Ameisenarmee los. Mit einem geübten Augenaufschlag sah sie nach oben: "Danke. Das war a…", murmelte sie. Aber er nickte nur, lächelte und ging einfach zu seinen Platz zurück.
Loni bezahlt enttäuscht und lief wieder zu ihrer Arbeit.
Dieser Fremde hing jedoch in ihren Gedanken fest und pendelte zwischen doofer Ochse und interessanter Typ hin und her.
‚Warum hat dieser Doofe nicht reagiert?’, überlegte sie. ‚Es war doch seine Chance! Eine Zweite gebe ich ihm nicht. Dem doch nicht. Heike hatte Recht. Irgendwie.’
Aber dann spürte sie wieder seine Fingerspitzen auf ihrer Haut und sah diese dunklen, fast schwarzen Augen und sein Lächeln vor sich. Sie seufzte, fluchte und konnte sich nicht entscheiden, ob er nun ein Ochse war oder einfach nur nett.
Zur Mittagszeit am nächsten Tag suchte sie wie gewöhnlich das kleine Cafe auf. Stockte. Er saß an ihrem Tisch! Lächelte sie an. Winkte. Loni zögerte kurz und schritt dann zu ihm hin. Gerade, als sie sich hinsetzte, servierte ihr die Kellnerin eine Tasse Kaffee mit einem Sahnehäubchen und einem Schuss Likör.
"Der Kaffee schmeckt so am besten. Probieren Sie ihn."
"Ja, dann muss ich wohl. Das kann ich schlecht ablehnen.", antwortete sie und rührte in ihrem Getränk. Das Gemisch sah nicht sehr appetitlich aus. Egal. Sie kostete einen winzigen Schluck. Nahm noch einen, es schmeckte etwas süßlichherb. Angenehm überrascht sagte Loni: "Der ist gut!"
"Ich weiß!" Er lächelte sie an. "Im Übrigen, ich bin Jörg."
Loni blieb beinahe der Kaffee im Halse stecken. Sie hüstelte, schluckte. Verlegen sah sie ihn an und erwiderte: "Loni! Ich heiße Loni."
In seiner Gegenwart rannen die Minuten wie im Dauerlauf dahin und etwas frustriert verabschiedete sich Loni von Jörg. In den folgenden Tagen trafen sie sich in dem Cafe, plauderten, lachten und kamen sich näher.
Heike kam nach vier Wochen wieder ins Büro und staunte nicht schlecht über die Entwicklung zwischen dem Schlipsträger und Loni. Vorsichtig fragte sie: "Sag mal! Und wie ist er so, ich meine, als Mann im Bett?"
"So weit sind wir noch nicht.", antwortete Loni mit rot werdenden Wangen.
"Also nix mit steif und Schlips?", kicherte Rosi los.
"Nö, noch nicht!"
"Das wird auch nix. Der, der ist halt anders.", winkte Rosi siegessicher ab.
"Ja, zurückhaltend, lieb und einfach toll!", schwärmte Loni.
"Du bist ja verliebt! Verdammte Scheiße. Und das in so einen Typen."
Loni blickte sie an, zuckte mit den Schultern und beendete die Diskussion.
Im Stillen ärgerte sie sich, weil sie noch nicht weiter war. Sie sehnte sich nach seinen Lippen, nach viel mehr. Seit Wochen trafen sie sich regelmäßig, gingen gemeinsam aus und sprachen über vieles. Sie liebte diese Gespräche. Ja, es gab auch jene Küsse – sanft, verspielt. Doch sie wollte eigentlich jene, wo sie ihm ihre Sehnsucht zeigte, wo er seine Leidenschaft preisgab. Loni seufzte und überlegte: ‚Das muss ich ändern. Ich werde ihn zu mir einladen. Am kommenden Wochenende!’
Als er auf ihrer Couch saß und sie anlächelte, vergaß Loni all ihre Vorsätze - zurückhaltend, ja abwartend zu sein. Sie kuschelte sich an ihn, wobei sie mit ihren Händen seinen Körper erkundete. Anfangs noch auf seinem T-Shirt, wenig später auf nackter Haut. Loni berührte mit den Lippen seinen Hals. Zaghaft, leicht wie eine Feder wanderte sie kreisförmig über seine Wangen zu seinem Mund. Berührte sanft seine Lippen, weich und warm waren sie und sie bebeten, als ihre Zunge darüber glitt. Verzückt hörte sie seinen beschleunigten Atem und spürte seine Hände auf ihrem Rücken, die langsam an ihrer Wirbelsäule empor krabbelten, ihren Nacken massierten und sich schließlich in ihrem kupferroten Haar verfingen. Endlich umfasste er sie, riss ihren schlanken Körper ganz fest an sich und küsste sie. Leidenschaftlich rangen ihre Zungen miteinander, dann wieder berührten sie sich nur mit den Zungenspitzen – ließen diese wie Schmetterlingsflügel tanzen, um wenig später abermals im hemmungslosen Ineinander zu versinken. Loni taumelte. Ihr wurde heiß und in ihren Adern blubberte es verlangend. Dieses erregende Gefühl durchdrang jede ihrer Blutgefäße. Langsam marschierte diese Lustarmee durch ihren Körper und versammelte sich in ihrem Schoß zu einer wallende Masse. Jörg musste es ähnlich gehen, denn beide saßen – lagen - knieten nur noch mit einem Slip bekleidet auf dem Sofa.
Gerade, als seine Finger in ihr Höschen krochen, murmelte sie unverhofft: "Warte. Ich möchte aber bitte mit Sahne!"
Jörg hielt inne. Schaute verdutzt in ihre grünen Augen. Sie lächelte schelmisch und stand auf. Wenige Minuten danach rief sie aus dem Nebenzimmer: "Komm doch hierher. Komm zu mir!"
Loni blickte gespannt von ihrem Bett, in welchem sie lag und auf die Konsole darüber eine Falsche Sprühsahne und Eierlikör griffbereit hingestellt hatte, zur Tür. Er kam. Blieb stehen. Fasziniert beobachtete sie seine glühenden Augen, wie sein Blick über ihren Körper schwebte und die beiden Flaschen erfasste. Ein verstehendes Lächeln erhellte in diesem Moment Jörgs Gesicht und seine Augen funkelten noch intensiver.
Erwartungsvoll senkte sich ihr Brustkorb auf und ab. Fast tat es weh, dieses Warten, dieses Sehnen nach ihm. Und er rührte sich noch immer nicht, sondern sah sie nur an.
Endlich ging er los. Sein Blick in ihren gebohrt trat er Schritt für Schritt an das Bett heran. Loni sog erregt die Luft tief und hörbar in ihre Lungen ein, dabei fixierte sie ihn.
Er stand vor ihr – so nah, so begehrenswert. Langsam kniete sich Jörg neben sie und griff nach der Sahneflasche. Vorsichtig sprühte er einen kleinen Klecks auf ihre Lippen. Die Sahne strömte in ihren Mund und ehe Loni schlucken konnte, küsste er sie – naschte das Süße von ihrer Zunge. Bedächtig löste er sich von ihr und begann geschickt, ihre harten Brustwarzen mit weißem Schaum zu verzieren. Anschließend malte er auf ihren Körper eine Sahnehäubchen Landschaft. Bei jedem Sprüher hielt Loni die Luft an. Erregt genoss sie es, wenn der kühle Schaum auf ihre erhitzte Haut schoss. Als er auch noch Eierlikör in ihrem Bauchnabel und über ihre Spalte tröpfelte, stöhnte sie verzückt auf.
Schließlich beugte sich Jörg über sie und schleckte die Sahne von ihren Brüsten – langsam zart umfuhr er ihre Knospen, dann wieder gierig schnell lutschte er an ihnen. Loni gurrte vor Vergnügen und hoffte, das die Sahne kein Ende nehmen würde. Jedoch löste er seinen Mund von ihrem Busen und rutschte bedächtig mit den Lippen an der süßen Spur entlang zu ihrem Schoß. Gierig schlürfte er den Eierlikör von ihrem Leib, aus ihrer Spalte und Lonis Körper vibrierte unter seinen Liebkosungen. Mehr und mehr bettelten ihre Sinne um jede Berührung, um jeden Zungenschlag, um viel mehr.
Schneller – eindringlicher – intensiver wurde sein Zungenspiel.
Bis eine betörende Welle aus ihr strömte und sie mit sich riss. Loni bog ihm ihr Becken entgegen und stöhnte entrückt. Versank in ihm, in sich. Tiefer, immer tiefer.
Irgendwann spülte sie die Welle wieder ins Jetzt zurück. Wenig später hielt sie die Sprühflasche in den Händen und verwandelte Jörgs Körper in eine Schneelandschaft, durch die ein kleiner, gelblicher Eierlikörbach seine Bahn zog. Genussvoll labte sich Loni an seiner Begierde. Köstlich prickelnd zerschmolz die Süße auf ihrer Zunge, während sie mit dieser auf Jörgs Haut entlang schlängelte und sein Aufbäumen fühlte. Sein rasendes Herz und schwingendes Becken beflügelten sie immer mehr.
Saugen. Knabbern. Schlecken.
Bis seine Lust in ihren Mund strömte und Jörgs kehligen Laute in ihr Bewusstsein drangen. Allmählich beruhigte sich sein Atem und Loni kroch an seiner Seite nach oben. Küsste ihn spielerisch sanft – wieder und wieder.
Für kurze Zeit schmiegte sie sich eng an seinen warmen, verklebten Körper. Während er sie zart berührte, durchwebte Loni eine lüsterne Ruhe, die unmerklich zu einem Sturm in ihren Adern heran wuchs.
Plötzlich gab es nur noch streichelnde Hände, tastende Lippen und sehnsuchtsvolle Leiber. Abermals verwöhnten sie sich hemmungslos und verschmolzen miteinander ineinander – bedächtig sanft und stürmisch gierig.
Tiefer und tiefer.
Irgendwann in den frühen Morgenstunden schlief Loni noch immer schwer atmend in seinen Armen ein.
Kaffeeduft kroch in ihre Nase. Schlaftrunken rekelte sie sich, schmiss die Bettdecke beiseite und stand auf. Neugierig ging sie in die Küche und erblickte Jörg, der eben Eier aus einem Topf mit kochendem Wasser angelte.
"Guten Morgen mein Schatz.", flüsterte sie.
"Morgen mein Engel.", antwortet er und drehte sich zu ihr um. Lächelte. "Komm setz dich. Ich habe alles fertig, wir können frühstücken!"
Loni nahm Platz und er setzte sich ihr gegenüber hin. Als er seinen Kaffee mit Sahne und Eierlikör umrührte, schmunzelte Jörg und sagte: "Kaffe mit Sahne und Eierlikör ist ein köstliches Getränk. Aber noch viel himmlischer schmeckt Sahne und Eierlikör vermischt mit deiner Lust. Ich glaube, danach könnte ich süchtig werden!"

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 21240

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben