Abschiedsstimmung in Florenz

Nackte Sommerlust in der Toskana - Teil 13

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Abschiedsstimmung in Florenz

Abschiedsstimmung in Florenz

Franck Sezelli


»Schau mal, die Frauen damals haben sich offenbar auch rasiert. Oder zumindest Cranachs Modell. Oder hat er das aus dem Gedächtnis gemalt?«
»Weiß ich nicht, aber offensichtlich gefiel ihm eine blanke Muschi auch. Trotz Feigenblatt ist zu erkennen, dass Eva keinen Busch hat, der müsste noch zu sehen sein.«
Franziska sinnierte: »Das war also die damalige Vorstellung vom Paradies. In unserem Paradies jedenfalls hat es mir sehr gut gefallen.«
»Mir auch, sogar ganz besonders. Und das unabhängig von den sexuellen Aktivitäten, die sich so ergeben haben. Ich meine das alltägliche Leben dort in völliger natürlicher Nacktheit – anfangs fand ich es zwar ungewohnt, aber ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt und Gefallen daran gefunden. Ich werde das wohl in Zukunft am meisten vermissen.«
»Ja, es hat etwas. Es ist sehr angenehm und man merkt es bald nicht mehr. Nun, bei uns jungen Leuten kam natürlich noch das besondere Element der sexuellen Anziehung hinzu, dass allem noch einen zusätzlichen Reiz gab. Schade, dass das zu Ende ist. Vielleicht aber kann man versuchen, das irgendwie mal zu wiederholen …«
»Schön wär’s!«

Bald hatten Daniel und Franziska sich an all den vielen Eindrücken satt gesehen. Sie hatten nun schon Stunden hier im Museum zugebracht, die Füße taten weh und sie wussten, dass es insgesamt 50 Ausstellungssäle waren – sowieso nicht zu schaffen.
»Ich glaube, wir haben vorerst genug gesehen«, schlug Daniel vor, »wir sollten gehen und noch etwas von der Stadt ansehen.«
Sie liefen die Piazzale degli Uffzi lang. Bald standen sie erneut vor einer Davidstatue, an der Piazza delle Signoria vor dem Palazzo Vecchio. Dank seiner guten Vorbereitung wusste Daniel, dass dies der ursprüngliche Standort der Statue war, sie aber dort beschädigt worden war, nicht nur durch die Witterung. Deswegen hatte man sie wieder restauriert und ins Innere eines Gebäudes, in die Galleria dell’Accademia, gebracht. »Das hier ist ebenfalls eine Kopie, aber wie das Original aus Marmor.«
Über den Platz der Republik durch die Via Calimala und die Via Por Santa Maria zur Ponte Vecchio. Auf der von vielen Schmuckgeschäften überbauten historischen Brücke musste Daniel viel Geduld aufbringen, denn Franziska fand sehr viel Gefallen an den von Gold funkelnden Auslagen. Sehr bald aber musste sie einsehen, dass die Preise hier nicht für das schmale Budget von Schülern und angehenden Studenten gemacht waren. Das hielt sie aber nicht davon ab, alle Auslagen gründlich zu bestaunen. Gern hätte Daniel ihr ein solches Andenken gekauft, aber das konnte nur ein frommer Wunsch bleiben.
In einer Pizzeria ein paar Ecken weiter hinter der Brücke ruhte das Paar von der Stadtbesichtigung aus. Eigentlich hätten beide unbändigen Hunger haben müssen, denn außer etwas Eis, das sie an einem Stand vor dem Eintritt in die Uffizien gekauft hatten, hatten sie heute nach einem kurzen Frühstück noch in der Kolonie nichts gegessen. Seltsamerweise stocherten beide nur an ihrer Pizza herum, nahmen ab und zu ein paar kleine Happen. Mit traurigen Augen sahen sie sich an, der Appetit war ihnen angesichts des nahenden Abschieds vergangen. Daniel fasste die auf dem Tisch liegende Hand seiner Liebsten und streichelte sie zärtlich. In seinem Blick lag Schwermut, zu sagen wussten beide nichts mehr.

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