Der kam dann auch, indem Tim “Sonne“ von Rammstein auflegte. Alina und Ria waren froh, dass sie aufstehen konnten. Tanzen war ihnen angenehmer, als auf den, trotz der Kissen, doch recht harten Bierbänken zu hocken. Alina lächelte, als der Sänger mit rollendem R „Hier kommt die Sonne“ skandierte. Ihr Popo konnte es locker mit diesem `hellsten Stern´ von allen aufnehmen, dem da im Text gehuldigt wurde. Maria überkam jedoch Wehmut. Es war ja eine unglaublich schwierige Zeit, in der diese jungen Menschen ihr Reifezeugnis erhielten. Alles Unbeschwerte schien meilenweit entfernt, und dazu plagte sie noch ein schmerzendes Hinterteil. Im Gegensatz zu Alina, die so ausgelassen tanzte, wischte sich Maria eine Träne ab. Andreas war auf der Toilette, aber dafür sprang Paul Berger ein.
„Ist alles in Ordnung, Maria?“ Maria schüttelte den Kopf. „Nein, ist es nicht! Ich stehe hier auf meinem Abi- Ball, und unter meinem Kleid befindet sich mein frisch versohlter Hintern. Soll ich jetzt in Freudenjubel ausbrechen?“ Paul nahm sie in den Arm. Er sagte kein Wort, da er sie gut verstehen konnte. Es war nicht der rote Popo, der das Mädchen so quälte. Paul wusste, dass es diese schlimmen Umstände waren, die auf diese verfluchte Pandemie folgten. Niemand wusste, wie lange uns dieses Virus noch begleiten würde! Paul nahm Maria mit an die frische Luft, um mit ihr zu reden.
„Sag mir, was dich beschäftigt? Du bist eine tolle, junge Frau und ich möchte nicht, dass du weinst!“
Ria schluckte. Paul Berger hatte sie damals gedemütigt, indem er sie vor der Klasse übers Knie legte. Später erkannte Maria, dass dieser Povoll zwar schmerzhaft war, aber sie auch weiter gebracht hatte.
„Es ist alles so schrecklich! Dieses Scheiß Virus…wir wissen doch gar nicht, wohin das führen wird…“
Paul tätschelte ihren Rücken. Er hatte ein Kissen mitgenommen, das er nun auf der Bank ablegte.
„Setz dich, Maria!
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