Die Abschlussfahrt

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Die Abschlussfahrt

Die Abschlussfahrt

A. David

Jonas wurde nie Opfer irgendwelcher Hänseleien, dafür hatten die anderen zu viel Respekt. Also ließ man ihn in Ruhe.

Er hatte sich erst spät entschieden, in welche Stadt er fahren wollte. Er wartete ab, wo sich die Leute eintrugen, die er am wenigsten leiden konnte. Es waren eh immer dieselben Gruppen und Cliquen, die zusammenhockten. Schließlich entschied er sich für Wien.

Die Anreise erfolgte mit dem Zug; sie dauerte ziemlich lange und ging über Nacht. An Schlaf war nicht zu denken, da viele Mitschüler Dosenbier mitgenommen und auch konsumiert hatten. Weil die meisten in der Jahrgangsstufe schon 18 oder älter waren, konnten die begleitenden Lehrer auch nicht mehr so schrecklich viel ausrichten, ein generelles Alkoholverbot war schlichtweg nicht durchsetzbar, aber sie konnten an die Jugendlichen appellieren, sich nicht sinnlos zu betrinken, damit die Klotür des Waggons nicht mit der Ausstiegstür verwechselt wurde.

In Wien standen dann Stadtbesichtigungen, Museumsbesuche, die Hofreitschule und ein Opernbesuch auf dem Programm. Für zwei Tage ging es dann nach Budapest. Die Jahrgangsstufe war in einem Hotel untergebracht, das auf schulische Bedürfnisse zugeschnitten war. Es gab Drei- und Vierbettzimmer. Jungs und Mädchen versuchte man durch Unterbringung auf zwei verschiedenen Etagen etwas getrennt voneinander zu halten, um Begegnungen sexueller Art nicht ganz so leicht zu machen. Dass sich nach neun Monaten eine bleibende Erinnerung melden könnte, mußte niemand haben. Die Lehrer hofften einfach, wenn zwei sich nicht bremsen konnten, dass sie wenigstens so schlau waren, zu verhüten.

Die 38 Schülerinnen und Schüler waren nachmittags in Budapest angekommen; sie bezogen ihre Zimmer, dann war auch schon Treffen für eine erste Stadtrundfahrt angesagt. Die Zeit verging schnell und das Abendessen wartete.

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