„Ich bin eher der introvertierte Typ. Trotzdem kann man mit mir lachen. Und Spaß hab ich auch. Meistens allerdings allein. Mein Humor ist eher schräg. Eher Monthy Python’s als Laurel und Hardy. Vorhin hatte ich Spaß. Ich hab mir versucht, dich nackt vorzustellen und wie du mit dem Kellner gebumst hast.“
Oh Scheiße, hatte er das gerade wirklich gesagt?
Er hatte jetzt angenommen, dass sie furchtbar sauer auf ihn sei, aber sie lachte nur und fragte, ob sie die Zeichnung mal sehen dürfte. Zerknirscht mußte er ihr antworten, dass er mangels Vorbild in vielen Bereichen improvisiert habe.
„Ich glaube, du bist gar nicht so cool, wie du immer tust. Du überspielst, dass du in Wahrheit sehr schüchtern bist. Ich wette, wenn ich dir anbiete, dass ich dir nackt Modell stehe, wirst du knallrot und kneifst.“
„Ist das ein Angebot? Das nehme ich an!“
„Gut, dann laß uns essen. Und ich komme mit auf dein Zimmer. Ich denke, wir haben noch etwas Zeit, bis die Meute wieder zurückkommt“ sagte Helena.
Jonas hatte sich ein Schnitzel mit Pommes bestellt. Er fing hastig an zu essen und Helena beobachtete ihn amüsiert. Sie war mit ihrer Einschätzung gar nicht so weit weg von der Realität.
Als er aufgegessen hatte, gingen sie gemeinsam auf sein Zimmer. Er zermarterte sich die ganze Zeit das Hirn, wie sie sich hinlegen, hinstellen oder hinsetzen sollte, damit er sie gut malen konnte.
Als erstes wollte Helena das Bild sehen, dass Jonas aus dem Gedächtnis gezeichnet hatte. In der Bleistiftradierung lag sie nackt auf dem Bett, hatte die Beine gespreizt und den Mittelfinger ihrer rechten Hand in ihrer Schatzkiste versenkt. Was für Jonas eine mindere Qualität war, entlockte anderen immer noch ein „Wow!“
So war es auch bei Helena. Aber dann lächelte sie. „Interessant, dass du denkst, mein Kätzchen wäre rasiert. Aber sieh selbst.“
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