Acedia und Invidia

„Sieben“

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Acedia und Invidia

Acedia und Invidia

Svenja Ansbach

Nein, es war komplizierter.

Eigentlich ging es um Marc, seinen „kleinen“ Bruder, auf den er, seit er denken konnte, neidisch war. Immer hatte Marc die hübscheren Girls gehabt, und nachdem er die eher biedere und recht unscheinbare Sabine versehentlich geschwängert und im Anschluss – Ehrensache! – geheiratet hatte, musste er zuschauen, wie sein kleiner Bruder ein Geschoß nach dem anderen durchzog. Sportlich, durchtrainiert und gutaussehend, wie er war. Seit er bei der Polizei angefangen hatte, schien darüber hinaus auch noch die Uniform eine Sogwirkung auf das weibliche Geschlecht auszuüben, und so mancher Hase ließ sich von ihm seinen Knüppel zeigen. Seine Beziehungen waren zumeist nicht von langer Dauer, denn zu viele weitere Mädchen warteten wie auf einer Blumenwiese darauf, gepflückt zu werden. Als er 30 wurde, gönnte er sich endlich eine feste Beziehung von Dauer: Jenni, ein bildhübsches, gut gebautes Mädchen, das natürlich erst süße 20 war. Fünf Jahre später heirateten die beiden.
Mittlerweile war Jenni immer noch eine sehr hübsche Frau. Mittelgroße, wie erwähnt offenbar feste spitze Brüste zierten die 30-Jährige. Eine schlanke Taille, ein breites Becken, brünettes schulterlanges Haar, ein hübsches Gesicht mit seinem süßen Schmollmund waren weitere erwähnenswerte Attribute. Dadurch, dass sein Bruder schon viel jünger war als er und sich überdies eine sehr viel jüngere Freundin gegönnt hatte, war der Altersunterschied zu ihm erheblich. Aus seiner 45-jährigen Sicht war sie fast noch ein junges Mädchen.
Sven selbst sah auch nicht schlecht aus. 45 Jahre alt oder nicht, die grauen Schläfen standen ihm. Gut, einen kleinen Bauchansatz hatte er schon, aber noch im Bereich des Akzeptablen. Unsexy und ereignisarm hingegen sein Bürojob als Statistiker und Innenrevisor.

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