Acedia und Invidia

„Sieben“

61 5-9 Minuten 4 Kommentare
Acedia und Invidia

Acedia und Invidia

Svenja Ansbach

Gedankenverloren hockte Sven vor dem Fernseher und ließ die Hauptausgabe der „heute“-Nachrichten mehr oder weniger teilnahmslos an sich vorbeirauschen, während er über Frauen mit spitzen Titten im Allgemeinen und Jenni im Besonderen nachdachte. Es war Dienstag. Gleich würde Sabine hereinrauschen, ihm ein Küsschen auf die Wange drücken und sich zum Yoga abmelden. Scheiß Yoga, im Bett könnte sie auch mal ein bisschen gelenkiger sein, dachte er noch …
Und da war sie schon und gleich wieder weg. Während sie draußen ihr Auto anließ, hing noch schwer ihr Parfüm im Raum. Zwei Stunden würde sie wegbleiben. Quality-Time für den großen und den kleinen Sven.
Dafür wechselte er in das Büro und schmiss den PC an. In den letzten Wochen hatte er sich gedanklich deutlich häufiger mit Jenni beschäftigt als üblich, und nun suchte er im Netz nach Fotos eines ganz bestimmten Frauentyps. Er suchte nach „Jennis“, Frauen um die 30, brünett, mittelgroße spitze Möpse. Er fand tatsächlich ein paar Mädels in schwer aufreizenden Posen, deren Titten seinen Fantasien entsprachen. Er wusste es ja nicht wirklich, aber er entschied sich dafür, dass Jenni relativ große und dunkle Vorhöfe haben musste. Als er diese ganz besondere Jenni gefunden hatte, war es nicht mehr weit bis zur Entspannung. Der Neid auf seinen Bruder verflog aber nicht mit der aus ihm heraussprudelnden Sacksahne.
Lange bevor Sabine zurück war, saß er wieder artig auf dem Sofa.

Beim nächsten Sonntags-Ficki-Ficki stellte er sich vor, Jenni vor der Flinte zu haben, als er in Sabines Möse stieß. Er würde – er musste das haben, was sein Bruder hatte, er musste sie haben. Das wurde zur fixen Idee! Und in diesem Moment ging alles sehr schnell. Sabine war etwas irritiert, wie schnell Sven ihr heute den Schlonz reinrotzte, ganz ohne Dirty Talk, Tittengeangel oder Finger im Hintern.

Ein paar Wochen später spielte ihm der Zufall in die Hände. Sein Bruder Marc, zu allem Überfluss noch heftig aufgestiegen bei der Polizei, ging als einer von drei Kollegen in die „EUAM Irak“-Mission. Vier Monate lang bildete er Polizisten in Kirkuk und Erbil im nördlichen Irak aus. Als Sven davon erfuhr, erfüllte ihn der Gedanke, dass Marc das Feld bei seiner jungen Frau vier Monate lang nicht pflügen können würde, mit stiller Heiterkeit.
Erst ein, zwei Tage später überkam ihn ein diabolischer Gedanke: jetzt oder nie!

Er unterbreitete seiner Frau, dass man sich doch ein bisschen um Jenni kümmern müsse. Daraufhin wurde sie ein paar Mal zum Essen oder sonntäglichen Kaffeetrinken eingeladen. Sven, der sich seiner Schwägerin gegenüber immer außerordentlich charmant gegeben hatte, intensivierte seine Freundlichkeit nochmals spürbar, natürlich nur, wenn Sabine nicht dabei war. Für seine geistreichen Dialoge und sein eloquentes Auftreten habe sie ihn, so nahm er an, schon immer geschätzt. Er sei schließlich nicht nur optisch der Gegenentwurf zu seinem Bruder.

Er ahnte und hoffte mehr als er wusste, dass die Zeit der Trägheit und des Neides zu Ende ging.

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Don't panic

schreibt Anamur

die Story heißt insgesamt "Sieben" und natürlcih geht sie weiter. ;-)

Lectio interrupta

schreibt AnMa

... und plötzlich war es aus ... und ich sinierte da noch über den Titel, weil ich zunächst - zu flüchtig - Academia und Nvidia gelesen hatte. :-) Ich nehme an, in einer der nächsten Folgen geht es um Luxuria?

Tease und denial

schreibt grauhaariger

Du willst doch die Story hier nicht enden lassen? Geht Sabine wirklich zum Yoga oder hat sie ein Date? Kann er bei seiner Schwägerin landen? Bemerkt seine Frau sein Faible für Jenni? Fragen über Fragen. Unbeantwortet!

Im braunen Salon

schreibt MichaelWeiss

Großartig wie Du das beschreiben kannst. Ich habe herrlich onaniert und mir sehr geile Gedanken gemacht. Üppig gespritzt habe ich auch. Danke Svenja

Gedichte auf den Leib geschrieben