Doch mit den Edlen von Adel, kann man es als kleiner Schiffer ja wohl kaum aufnehmen“, neckte ich.
Zwar hörte ich ihm gespannt zu, denn solche Träume mobilisieren Kräfte. Das Rudern ging fast wie von selbst von der Hand. Aber ich hielt die Geschichte selbstverständlich für das reinste Seemannsgarn. Freilich behielt ich das für mich. Denn ich wollte den Freund ja nicht kränken. Im Gegenteil: Ich wollte mehr hören und hoffte, die Geschichte würde nie ein Ende nehmen...
Also fuhr mein Gefährte fort:
„Mein vorlauter, junger Freund…. Wie ich dir ja schon berichtet habe, handelte ich nicht nur mit Tuchen, Wein oder Gewürzen. Meine besten Kunden kauften Informationen. Gerade in Kriegszeiten ist das ein einträgliches Geschäft. Ein Handelsfahrer sieht viele Häfen, und verkehrt in den lebhaftesten Tavernen. Dort wird mit vom Wein gelöster Zunge so allerhand geredet.
Des Kauffahrers Geschäfte führen ihn in auch manche Festung, die ein Eroberer meist nie von innen sieht. Und wenn er aus dem Gedächtnis zeichnen kann, so wie ein gewisser Kalapos, sind seine Bilder oft mehr wert, als der gelungenste Akt eines berühmten Kunstmalers.
Natürlich ist das ein gefährliches Geschäft. Meine Kunst führte mich ja schließlich auch am Ende in die Falle. Und somit in die punischen Steinbrüche“...
...„Ich verweilte also gerade geschäftlich in Alexandria. Ich war zufrieden. Wir hatten eine gute Ladung Eisen gelöscht und meine Taschen waren prall gefüllt. So gönnte ich mir und der Mannschaft einige Ruhetage. Während sich meine Männer durch die berüchtigten Spelunken des Hafens trieben und ihre Heuer versoffen und verhurten, ließ ich es mir wirklich gut ergehen. Dazu nutzte ich die Zeit, um neue Fracht für meinen Laderaum zu suchen.
Zunächst zog es mich ins Badehaus. Entspannt ergab ich mich den aromatischen Dämpfen. Da sprach mich plötzlich ein Fremder bei meinem Namen an.
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