Du wirst verstehen, dass mich das in der Fremde einigermaßen verwunderte. Aber schließlich gab es viele fahrende Kaufleute in der Stadt. Nach den üblichen Förmlichkeiten kam der Unbekannte dann plötzlich zur Sache. Er war nicht an meinem Frachtraum interessiert, sondern an meinem bescheidenen „künstlerischen Talent“.
Doch er verlangte etwas von mir, dass weit über meine üblichen, beiläufigen Skizzen hinaus ging. Ich sollte die genaue Flottenstärke der Punier, die Anzahl ihrer Soldaten, die Lage der Kasernen, ...kurz alles ausspionieren, was einem Angreifer von Nutzen sein konnte...
...Zunächst lehnte ich rundheraus ab. Zwar liebte ich die Punier nicht besonders; ...profitierten sie doch immer wieder von den Streitigkeiten in meiner griechischen Heimat. Doch noch viel mehr fürchtete ich ihren grausamen Zorn. Nur zu gern opferten sie ihrem blutrünstigen Gott Baal. Vorlieblich bedienten sie sich bei diesen Opfern unter den Feinden der Stadt. Spione verspeiste er gewiss besonders gern...
...Der Fremde ließ aber nicht locker. Er war ein geschickter Anwerber, der die Schwächen des Seemannes kannte. Er lud mich zu einem unverfänglichen Mahl, in eine der besten Gaststuben ein. Er verwöhnte mich mit den erlesensten Speisen, und reichlich vom besten Wein.
Doch damit nicht genug. Als ich in der richtigen Stimmung war, führte er mich in ein Haus, wo nur die schönsten der Schönen zu finden waren. Hier verkehrten keine gewöhnlichen Huren. Diese Mädchen waren allesamt wahre Künstlerinnen. Ihre Schönheit lag nicht nur in der Freude, die ihre ausgesucht anmutigen Körper dem Auge bereiteten. Schöne „Huris“ gab es auch in den Hafenkneipen (sie verblühten zwar schnell, aber an Nachschub mangelte es in diesem Lande nicht).
Nein, hier in diesem speziellen Hause stimmte alles. Die leichten Damen waren edel gekleidet und wertvoll geschmückt.
Die Ägyptische Hure
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Die Ägyptische Hure
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