Nach diesem Liebesakt war ich ebenso erschöpft wie er und wir legten uns eng umschlungen aneinander. Es war ein so unglaublich intensives Erleben für ihn, dass er nicht umhin konnte, mir dies zuzuflüstern. Ich antwortete nicht. In solchen Momenten ist mir nicht nach irgendeiner Manöverkritik, so lieb sie auch gemeint sein mag. Doch mein tiefes Atmen und mein Herandrücken an seinen Hals und sein Gesicht sagte ihm sicherlich, dass es mich berührt hatte. Wir schlummerten ein und als nach einiger Zeit die milde Kühle der Nacht durch das offene Fenster drang, zogen wir um ins Bett.
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Ein elendes Piepsen seines Smartphones weckte K. gerade, als ich in leichter Sportkleidung ins Schlafzimmer kam. Verschlafen tastete er nach dem Ruhestörer und stellte ihn ab. Ich geh jetzt joggen, kommst du mit? fragte ich vergnügt und bewusst stichelnd. Er bemühte sich, den Sport- und Morgenmuffel nicht allzu deutlich raushängen zu lassen und verneinte höflich, aber bestimmt. Auch gut! lachte ich frech. Ich bin in einer Stunde zurück und bringe Brötchen mit! Du musst dich mich dem Frühstück also nicht beeilen! Kaffee ist links oben im Schrank. Ich ging wie selbstverständlich davon aus, dass er bleiben wollte, und sein schlaftrunkener Gesichtsausdruck verriet das beglückende Gefühl, so richtig verstanden zu werden.
Eine Stunde laufen, mit leerem Magen, noch dazu nach einer leidenschaftlichen Nacht – K. bekannte im Nachhinein, dass ihn nun nicht mehr wunderte, dass ich bei keiner körperlichen Aktivität der letzten zwölf Stunden außer Atem geraten war und dass meine Schenkel wohl auch zu einer sehr unangenehmen Schere fähig gewesen wären, hätte ich es für nötig befunden.
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