Affäre wild

Tinas Geschichte

57 7-12 Minuten 0 Kommentare
Affäre wild

Affäre wild

Stayhungry

Auf das Darunter – die Dessous – legte ich seit jeher großen Wert. Selbst mir war dabei nicht klar, ob ich aus dem Tragen selbst oder aus der Wirkung auf ihn mehr Befriedigung bezog. Jedenfalls überraschte ich ihn oft mit Neuem, mal dezent, stilvoll, unaufdringlich, mal klassisch offen reizend in Korsett, Straps oder halterlosen Strümpfen. Fand er mich schon einfach nackt hinreißend, so machte ihn nach seinem Bekenntnis allein die Vorstellung, wie ich mich so aufwendig und gewissenhaft auf unsere Begegnungen vorbereitete, wie ich einkaufte, auswählte, mich anzog, meine Erscheinung im Spiegel prüfte, fast rasend vor Verlangen. Recht so! Ich fühlte mich also nicht nur wahnsinnig sexy, ich war es! Vor Antritt meiner Dienstreisen gab ich ihm meinen getragenen Slip und sagte: Damit du mich riechen kannst, wenn du dich nach mir sehnst – und damit du dich nach mir sehnst, wenn du mich riechst! Das war ihm wahrhaft eine tröstliche Leihgabe, denn er war verrückt nach mir. Er gab offen zu, den Duft aus meinem Schritt tief in sich aufzusaugen, wenn er in seiner Sehnsucht Hand an sich legte und konnte mich fast spüren, obwohl ich nicht bei ihm war.

In der Intimität gab ich mich unbeschwert vollkommen preis. K. meinte, ihm sei so fühlbar klar geworden, warum der Schöpfungsbericht der Bibel die sexuelle Vereinigung „erkennen“ nennt, denn ohne das Erleben der erotischen Persönlichkeit der Geliebten konnte man(n) schwerlich behaupten, sie zu kennen. Ich jedenfalls hatte schon lange erkannt, dass ich seine Göttin bin! Im Alltag hingegen legte ich auf flirten, kokettieren, reizen keinen Wert, so dass wohl niemand ahnte, was mich wirklich ausmachte. In der körperlichen Liebe mied ich den öffentlichen Raum, konnte nichts aus der Gefahr, entdeckt zu werden, gewinnen. Es gab für K. also weder die Vereinigung im Fahrstuhl noch in der Umkleidekabine, nicht im verschlossenen Büro und nicht in der Tiefgarage. Aber sonst? Sonst war ich frivol! Ich verletzte das Tabu, ohne zu verletzen. Ich kannte wahrlich keinerlei falsche Scham, und bei ihm fiel mir das alles besonders leicht, wurde doch jegliche Neugier beglückend gestillt. Ich reckte meinen Hintern immer so, dass alles zu sehen war. Ich reizte ihn willentlich, und ich selbst erregte mich schon an dem Umstand, dass ihn dies erregte. Ich genoss für ihn fühlbar, was er mir gut tat.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 12265

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben