Die afrikanischen Schwestern

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Die afrikanischen Schwestern

Die afrikanischen Schwestern

Yupag Chinasky

Nur wenn sie Extrageld braucht, für irgendeine Anschaffung, wenn es nicht um das Geschenk für ihre Liebe oder ihre Arbeit ging, gab er es ihr direkt in die Hand. Sie hatten natürlich wieder Sex, sehr angenehmen Sex, ein wenig variiert im Vergleich zum Vortag, aber im Prinzip sehr ähnlich und auch wieder ebenso schnell. Schon nach einer knappen halben Stunde durften die Schwestern wieder in die Wohnung. Dann fing Nancy wie versprochen an, zu kochen. Es gab einen undefinierbaren Brei, vielleicht Mais, vielleicht Gries oder Hirse, dazu eine rote, sehr scharfe Soße und ein Gemüse, das möglicherweise Okra war, aber kein Fleisch. Sie würden selten Fleisch essen, erklärte Nancy ungefragt, Fleisch sei in ihrer Heimat sehr teuer und außerdem ungesund, nur an Festtagen gäbe es Fleisch und so würden sie es auch hier halten. Zu trinken gab es in dem Drei-Madel-Haus nur Leitungswasser. Er würde noch erfahren, dass die Drei keinen Alkohol, in welcher Form auch immer tranken, und weder rauchten, noch Drogen konsumierten. Das alles geschehe aus religiösen Gründen, erzählte ihm Nancy, als sie einmal auf das Thema zu sprechen kamen. Sie seien sehr gläubig, alle drei, Mitglieder einer strengen, evangelikalen Sekte. Gott sähe alles, also dürften sie auch nicht heimlich gegen die Regeln verstoßen. Auf seine Nachfrage, ob denn nicht auch Sex verboten sei, verneinte sie lebhaft und zitierte zu seinem Erstaunen die Bibel: „be fruitful and multiply and fill the earth and subdue it.“ Sex sei eine natürliche Sache und notwendig für die Gesellschaft und für die Gesundheit und in ihrer Kultur absolut normal, dort seien die Leute nicht so „uptight“ wie hier.

Seine Besuche wiederholten sich. Er kam nicht täglich, in der Regel zweimal die Woche, selten dreimal, immer zur selben Zeit, immer um die Mittagszeit, niemals am Nachmittag oder abends oder gar nachts und auch nie am Wochenende.

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