Die afrikanischen Schwestern

40 46-70 Minuten 0 Kommentare
Die afrikanischen Schwestern

Die afrikanischen Schwestern

Yupag Chinasky

Wenn sie zusammen waren, saß sie meistens nur träge herum und machte rein gar nichts. Die Zubereitung des Essens war Bettys Aufgabe, das Einkommen zu verdienen, Nancys. Mona war für ihn also alles andere als anziehend und er hatte auch noch nie bemerkt, dass sie sich für ihn, für ihn als Mann in irgend einer Weise interessiert hätte, es gab keine interessierten Blicke, keine Bemerkungen, die ihn hellhörig gemacht hätten, kein unbestimmtes Gefühl, das sich vielleicht übertragen hätte. Er glaubte, dass er für Mona nur als „boy friend“ ihrer Schwester und als Einkommensquelle interessant war. Er zögerte seine Zustimmung hinaus, aber Nancy ließ nicht locker und so willigte er schließlich ein, es wenigstens einmal mit Mona zu versuchen. Mona schien das anders zu sehen, denn für das nächste Treffen hatte sich seine neue Braut richtig fein gemacht. Ein neues, farbenfrohes Wickelkleid umhüllte ihren Leib, ihre Frisur war richtig chic, die seltsamen Zöpfe hatte sie nur am ersten Tag getragen, aber sie hatte viel zu viel Kosmetik aufgetragen und der aufdringliche Geruch eines süßlichen Parfüms umwehte sie penetrant. Nancy benutzte zwar immer die Schminke gegen ihre Pickel, aber sie verwendete nie ein Parfüm, nicht einmal ein Deodorant. Das schätzte er sehr, denn er mochte ihren Körpergeruch, er liebte es, an ihr zu schnüffeln und ihren Eigengeruch auf sich einwirken zu lassen, der ihn stimulierte und erregte. Außerdem konnte er es nicht leiden, noch stundenlang einen Parfümgeruch an sich zu haben, wenn er eine Frau aufgesucht hatte.

Mona war an diesem Tag nicht nur äußerlich, sondern auch in ihrer Einstellung wie umgewandelt. Sie empfing ihn sehr freundlich und es bedurfte von seiner Seite keiner Überredung, keinerlei Anstrengung, mit ihr in das Schlafzimmer zu gehen. Der Rollenwechsel war für Mona wohl völlig selbstverständlich, während er sich trotz ihrer Verwandlung nun mal in sein Schicksal fügte.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 28972

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben