Die afrikanischen Schwestern

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Die afrikanischen Schwestern

Die afrikanischen Schwestern

Yupag Chinasky

Nein, Sex mit Betty, das ging nicht. Er erklärte es ihr und er entzog ihr seine Hand und fasste sie auch nirgends an, obwohl sie nun bat, er möge sie wenigstens ein wenig streicheln, hier oben und da unten. Er wiederholte, dass das nicht gut sei, für sie beide und sie solle sich wieder anziehen. Betty schluchzte enttäuscht, tat aber, was er sagte und versuchte auch nie wieder, ihn in irgendeiner Weise anzumachen.

Abgesehen von dieser etwas misslichen Episode, konnten alle vier ganz gut mit ihrem Arrangement leben und es lief auch ein paar Monate lang zu ihrer vollen Zufriedenheit. Er besuchte die Schwestern meist zwei Mal in der Woche, sie vögelten, dann aßen sie zusammen und wenn sie mit allem fertig waren, verließ er die Schwestern wieder und machte sich auf den Weg in seinen ansonsten eher erlebnisarmen, wenn nicht gar freudlosen Alltag. Mit seinen Besuchen versuchte der diesem für kurze Zeit zu entkommen, obwohl das Vergnügen natürlich nicht ganz billig war. Jeder Besuch kostete ihn 50 Euro für das Bettvergnügen und 30 Euro für das Essen und Bettys Botendienste. Aber bei diesen Ausgaben blieb es nicht. Es gab immer einen Grund für Nancy, ihn anzubetteln. Einmal sei die Mutter in Afrika schwer erkrankt und brauche Medizin, dann müsse sie unbedingt neue Unterwäsche kaufen oder neue Schuhe oder gar ein Kleid, wobei er ehrlicherweise sagen musste, dass sich die drei wirklich nicht extravagant kleideten. Eines Tages jammerte Nancy, dass sie ganz dringend ein Handy haben müsse, alle hätten ein Handy, nur sie nicht. Als sie es hatte, rief sie ihn aber nie an, sie gab ihm noch nicht einmal ihre Nummer für Notfälle. Er nahm das, wie auch viele andere Seltsamkeiten meistens klaglos hin, wenn er sich doch einmal wehrte und einen Wunsch ablehnte, gab Nancy zwar meist rasch nach, aber er konnte sicher sein, dass ihr schon bei seinem nächsten Besuch etwas Neues eingefallen war.

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