Auf seine Frage, warum so schnell, wusste sie keine Antwort, murmelte nur etwas wie „better today than tomorrow, otherwise may be too late, why not soon“. Da ihn vieles an Nancy nicht mehr wunderte und ihm im Prinzip ein Termin so recht, wie ein anderer war, sagte er auch das zu. Er würde sich um die Fahrkarten kümmern, aber das reichte ihr nicht, sie bedrängte ihn, mit seinem Handy nach einem Zug zu suchen und die Fahrkarten jetzt gleich zu kaufen, das gehe doch. Sie hatte inzwischen gelernt, mit ihrem Smartphone umzugehen und machte eifrig Gebrauch von den angebotenen Diensten. Ein Hotel, meinte sie, würden sie sicher vor Ort finden, am besten eines in der Nähe des Bahnhofs. Er tat, was sie wollte und sie verabredeten sich für den nächsten Morgen am Hauptbahnhof. Sie solle pünktlich um 7.15 da sein, eine Viertelstunde, bevor der ICE in Richtung Köln abfuhr. Das versprach sie ihm hoch und heilig und sie hielt sie auch daran. Warum ihre Schwestern eigentlich nicht mitkämen, wollte er noch wissen und ob sie sich keine Sorgen mache, wenn diese allein zurückblieben. Das sei kein Problem, Mona sei ja erwachsen und würde auf Betty aufpassen und sie blieben ja nicht lange, nur drei, vier Tage und außerdem wolle sie einmal mit ihm allein sein, nur sie beide, weil ihre Schwestern ihr manchmal auf den Nerv gehen würde, er aber nie, mit ihm wolle sie endlich und gerne einmal ganz allein sein. Das sagte sie mit einem gewissen Gurren in ihrer Stimme und einem, wie er meinte, scheinheiligen Augenaufschlag.
Am späten Nachmittag kamen sie in Lüttich an. Er war erstaunt über den modernen Bahnhof. Er hatte gedacht, dass es irgendein dreckiger, rußiger Bau aus dem vorvorigen Jahrhundert sein würde. Vor Jahren hatte er einmal gehört, dass es der Stadt Lüttich und der ganzen Region gar nicht gut ging, weil der Bergbau und die Industrie darbten.
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