und mitten in Dein Herz
diesen süßen, unstillbaren Schmerz
Nichts Schlechtes will ich dir
aber alles in mir
schreit
nach einem neuen Anfang
für uns
Diesen Liebesfluch hatte ich unzählige Male wie ein beschwörendes Mantra gemurmelt – vergeblich.
Mein Hunger nach tiefer Leidenschaft und die bittere Erfahrung des Scheiterns meiner Ehe hatten eine eigenartige Gefühlslage in mir geschaffen. Die vielen Verehrer, die mir während meiner Ehe mehr oder weniger ernsthaft den Hof gemacht hatten, waren damals ein schmeichelhaftes Kompliment. Nun waren sie praktisch wertlos, nachdem der, den ich wirklich geliebt hatte, mich nicht mehr wollte. In dem Durcheinander der Gefühle einer Beziehung zu Dritt hatte letzten Endes ich den Schlussstrich gezogen. Ich konnte nicht einmal sagen, dass ich ihn nicht mehr liebe. Aber ich wusste, meine Sehnsucht würde sich nicht mehr erfüllen. Ich wollte nicht warten, bis er sich wieder mir zuwendet oder bis Jacqueline ihn verlässt, auch wenn ich vielleicht sogar den längeren Atem gehabt hätte. Obwohl mein Herz sagte, dass wir uns wieder annähern konnten und ich meinem Herzen zu gern glauben wollte, weil es nie unaufrichtig zu mir gewesen war, es wäre nie mehr dasselbe geworden. So etwas muss keine Liebe minderer Qualität sein, es könnte eine reife, tiefe Beziehung werden, auch andere hatten dies schon geschafft – zusammen. Darauf deutete aber nichts hin und ich wollte keinen Wechsel auf eine Zukunft ausstellen, die sich in nichts bisher andeutete.
Würde er mit ihr sein Glück finden? Mit mir hatte er es auch gefunden für lange Zeit – und wieder verloren. Aber ich wollte ihr Scheitern nicht herbeireden, auch nicht herbeisehnen. Ich wünschte ihnen Glück, auch wenn mir der Gedanke an ihn immer wieder die Tränen in die Augen trieb. Er hatte mich sanft gemacht, bei ihm war ich gezähmt, ohne bezwungen zu sein.
Agnes' Haus
Tinas Geschichte - Teil 22
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Agnes' Haus
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