Agnes' Haus

Tinas Geschichte - Teil 22

37 9-15 Minuten 0 Kommentare
Agnes' Haus

Agnes' Haus

Stayhungry

So hatte ich mehr von meinen seelischen und emotionalen Nöten offenbart, als ein Seelenklempner auf Anhieb aus mir herausbringen könnte und unmerklich hatte sie das Gespräch in Richtung meiner Wünsche gelenkt, für deren Erfüllung sie nun ein Konzept zu erstellen gedachte.

*

Wir schritten zur Tat. Unverfänglich, sanft im Ton, doch verbindlich in der Orientierung auf das Ziel hatte sie ausgelotet, ob ich tatsächlich bereit und willens war, mich in ihre Obhut zu begeben. Ihre ernsthafte Freundlichkeit, ihr heiterer Charme waren keine professionelle Attitüde, sondern aufrichtig. Ich zog mich aus und trug nichts mehr außer Schuhen mit der Art wagemutig schmaler Absätze, die ihre Trägerin geradezu zwingen, die Hüften reizvoll zu schwingen und bei ihr im Bemühen, das Gleichgewicht zu halten, eine Anspannung derjenigen Muskulatur bewirken, die auch ihr selbst Anregung verschafft und nicht nur dem Betrachter. Meine Intimrasur lobte sie, denn dies sei ein Hinweis darauf, dass ich nach wie vor deutliche Signale aussenden, also auch auf mich achten wollte. Bei manchen Klienten, so nannte sie ihre Kunden, sei der Schmerz, den sie fühlten und bekämpfen wollten, schon so wirksam geworden, dass sie sich zurückzögen von der Umwelt und dann werde die Sache ernst. Diesen wenig versteckten Hinweis auf einen sorgsamen Umgang mit meinen Nöten und das Erfordernis rechtzeitiger fachärztlicher Hilfe kommentierte ich dahingehend, dass ich die Mechanismen kannte und für die aktuelle Lage versichern könne, dass so weit alles in Ordnung wäre.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 7302

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben