Ich trug hohe, bis an die Oberschenkel eng geschnürte Stiefel, einen anschmiegsamen Lederslip, bei dem sich die Bereiche des Schritts und der Pofalte separat abnehmen ließen und diese großzügig und nicht mit schmerzhaftem Reißverschluss freigeben konnten, eine Lederkorsage, die meine bloßen Brüste umfasste und stützte, die Brustwarzen nur von kleinen Silberplatten bedeckt, die von schmalen Lederstreifen an der festen, formenden Büstenhebe gehalten wurden, auch diese edlen Applikationen abnehmbar, um meine Fraulichkeit gänzlich darbieten zu können. Eine Amazone stand mir im Spiegel gegenüber, die das kraftvolle wilde Leben und Lieben sucht und wahrhaft nicht mehr missverstanden werden konnte. Gut hätte sich noch eine Reitgerte gemacht in meiner Hand, aber ein aktiver Wunsch dergleichen wohnte nicht in mir. Ich war erregt vom Genuss meiner selbst, noch bevor irgendetwas geschehen war.
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Meine ersten Besuche waren noch zögerlich. Ich war froh, dass Agnes selbst Zeit für mich hatte, ihr fühlte ich mich vertraut. Neuland zu betreten, reizte mich nicht. Hier fühlte ich anders als in jüngeren Jahren. Ich schätzte dies umso mehr, als ich mir vorstellen konnte, dass gerade Männer ihr bedingungslos verfallen konnten und nur zu ihr wollten. Ich sprach sie darauf an und sie meinte nur, die Zeit wird kommen, dass du mehr und anderes willst, bis dahin begleite ich dich. Ich liebte es, ihr gegenüber auf dem Ledersofa zu sitzen und mich mit ihr auszutauschen. Trotz ihrer stillen und grundsätzlich diskreten Art erzählte sie mir auch von sich selbst. Sie bewies mir die besondere Vertrautheit unseres Verhältnisses, wenn sie mir Persönliches offenbarte, was eigentlich ein Tabu für ihren Geschäftsbereich war.
Madame Agnes hieß tatsächlich Agnes. Weil alles im Gewerbe sich slawisch, fernöstlich oder eben französisch gab, hatte sie beschlossen, sich einfach nach ihrem Namen zu nennen.
Agnes und ich
Tinas Geschichte - Teil 23
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