Ahrweiler – Teil I

oder: das Buch des Lebens

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Ahrweiler – Teil I

Ahrweiler – Teil I

Gero Hard

Zeit, kurz bei einem meiner Mitarbeiter anzurufen und nach dem Rechten zu fragen. Meine Angestellten wussten, wie wichtig mir meine kleine Firma war und hatten Verständnis, dass ich sie abends mal anrufe. Und sie wussten auch, dass ich es nur in Ausnahmefällen tun würde.

Gedankenverloren sah ich einem Schäferhund bei seiner Arbeit zu. Unglaublich, wie schnell er in der Lage war, Trümmerhaufen abzusuchen und wie konzentriert er dabei seine Arbeit verrichtete. Nur der guten Nase dieser Hunde war es zu verdanken, dass doch eine große Zahl von Verschütteten gerettet werden konnten.

Unruhig steckte er seine Nase in Öffnungen, kletterte, scharrte, schnüffelte wieder. Dann … aufgeregtes Bellen. Immer mit der Nase an einer bestimmten Stelle. Er zeigte etwas an. Allerdings stand er stocksteif. Ich kannte diese Haltung von Hunden, wenn sie eine gefundene Leiche anzeigten. Das sah nicht gut aus. Der Hundeführer rief nach Hilfe. Ich ging zu ihm und sicherte ihm einen Trupp und einen kleinen Bagger zu, die ich per Funk hierher orderte.

Maschinenlärm, Motorenbrummen, eintönig laufende Pumpen. Alles erzeugte einen Geräuschpegel, der es kaum möglich machte, Hilferufe aus Kellern oder Trümmern zu hören. Manchmal glaubte man Klopfen zu hören, aber dann war es doch nur jemand, der mit kleinen Werkzeugen versuchte, seinen persönlichen Beitrag an Hilfe zu leisten.

Ich setzte mich auf einen Haufen Steine und zog mein Handy aus der Tasche. Die Nummern meiner Angestellten hatte ich auf Kurzwahl. Die ruhige Stimme von Marko ließ mich etwas runterkommen. Sie wirkte irgendwie beruhigend auf mich. Ich wollte mich gar nicht lange damit aufhalten ihm zuzuhören. Schnell waren die nötigsten Informationen ausgetauscht und ich war zufrieden. Sowohl mit meinen Angestellten, als auch mit der Arbeit hier vor Ort.

Ich legte mein Kinn auf meinen Knien ab, die ich mir vor die Brust gezogen und um die ich meine Arme geschlungen hatte.

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Subjektive Meinung

schreibt Thunders

"A cheap holiday in other peoples misery" sangen einst die Sex Pistols. Dieses Zitat kam mir ins Gedächtnis, während ich diese Geschichte las. Die Flutkatastrophe von Ahrweiler liegt noch kein Jahr zurück und ist in den Köpfen der Menschen noch präsent. Für meinen Geschmack taugt dieses Szenario nicht so recht für eine derartige Geschichte. Ich kann mir bildhaft vorstellen, wie es weitergeht mit dem potenten, heldenhaften Brandmeister und der hilflosen, jungen Frau, die er vor der Flut gerettet hat. Ich kann mit solchen dramatischen Liebes-Geschichten nichts anfangen, aber das ist mein persönliches Problem. Sehr gut geschrieben zweifellos. Von daher keine bösartige Kritik, sondern nur meine rein persönlichen Empfindungen.

Ahrweiler

schreibt franzl

Die Katastrophe von Ahrweiler, uns noch heute in unguter Erinnerung, die vielen Menschen großes Leid zugefügt hatte, darüber hinaus aber auch zahllose Beispiele menschlichen Mutes und Selbstaufopferung zeigte. Schon für dieses erste Kapitel einer zutiefst bewegenden Geschichte, ist dem Autor zu danken. Er versteht es wie nur wenige Autoren, damit die Seelen der Leser anzusprechen, sie einzubeziehen in diese Geschehnisse und uns mit wahrer Dramen-Qualität zu beschenken. Liebe Grüße Frajol.👍🍀

Gedichte auf den Leib geschrieben