Ich war müde und vom Schaufeln taten mir die Muskeln weh. Und es war erst mein erster Tag hier. Wie mag es da nur den Menschen gehen, die seit Tagen gegen die Unwirklichkeiten der Natur ankämpften.
Halluzinierte ich schon oder hörte ich wirklich das metallische Geräusch, wenn etwas gegen ein Rohr schlägt? Ich lauschte genauer hin. Nein … nichts. „Jetzt fängst du schon an zu spinnen Florian.“, schimpfte ich über mich selber. Vielleicht war ich schon übermüdet, aber ich durfte noch nicht aufgeben. Schließlich trug ich Verantwortung für meine Leute, musste mit gutem Beispiel vorangehen. Pling … Pling … Pling … da war es wieder! Pling … Pling … Pling…!
Es fiel mir schwer das Geräusch zu orten.
Kapitel 3
Der Hund schlug sofort an. „Da unten lebt noch jemand!“, schrie der Hundeführer laut. „Wir brauchen hier Hilfe!“
Alle meine Leute waren entweder selbst im Einsatz oder hatten gerade ihre verdiente Ruhephase. Das Einzige was ich auftreiben konnte, war ein kleiner Bobcat. Ein kleiner, wendiger Bagger mit einer Schaufel vorne dran.
Der Hundeführer und ich mussten selbst aktiv werden. Schnell waren erste Balken und Steine zur Seite geräumt und mit dem Bobcat ein paar schwere Baumstämme verschoben. Ein schmaler Spalt in den Trümmern tat sich auf. Ich leuchtete mit meiner Handlampe hinein. Ein Hohlraum tauchte im Schein der Lampe auf. Ich sah einen Arm. Regungslos. Er war klein und zierlich. Ein Kinderarm. Der Rest des Körpers verschwand in den Trümmern. Eine Bewegung im Lichtkegel, eine Hand. Schmal, zierlich, dreckig. Und trotzdem als Frauenhand zu erkennen.
Es half nichts, ich musste darein. Von hier oben aus konnte ich nichts tun. Ich band mir ein Fangseil um die Hüfte und sicherte es in meinem Arbeitskoppel.
Der Hundeführer versuchte mich zurückzuhalten. Redete auf mich ein, von wegen ‚unvernünftig‘ und ‚auf Hilfe warten‘ und so. Er hatte ja recht, das wusste ich selbst nur zu gut.
Subjektive Meinung
schreibt Thunders
Ahrweiler
schreibt franzl