Ich machte Fotos mit dem Handy. Nicht aus Schadenfreude oder weil ich mich an den schrecklichen Bildern ergötzen wollte, sondern weil ich sie später zu einem umfassenden Bericht zusammenfügen musste.
Es fällt mir oft schwer, mich im Nachhinein an jede Kleinigkeit zu erinnern. Aber das Ganze hier, würde für immer in meinem Gehirn eingebrannt bleiben.
Wir durften unsere Wagenburg auf einem alten Schulhof bilden. Dort gab es zumindest frisches Wasser und ein Generator lieferte Strom. Es war nicht viel und unser Lager war mit ein paar Zelten und einigen Feldbetten in der Turnhalle sicher nicht das Hilton. Aber allemal besser, als es vielen Bürgern zurzeit in dieser zerstörten Stadt ging.
Nicht wenige der Helfer, stellten ihr Bett in der Halle denjenigen zur Verfügung, die durch das Hochwasser ihr Dach über dem Kopf vollständig verloren hatten.
Ich hätte nie gedacht, was Nachbarschaftshilfe zu leisten vermag. Alle zogen an einem Strang und teilten das Wenige, was ihnen geblieben war.
Wir waren uns alle einig, dass keine Zeit zu verlieren war. Die lange Fahrt und der unruhige Schlaf, steckte allen in den Knochen und doch wollten alle so schnell wie möglich mit der Arbeit anfangen.
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Pünktlich standen wir am vereinbarten Treffpunkt, bewaffnet mit Schaufeln, Spaten, Spitzhacken, Äxten und einem ungebrochenen Willen zu helfen.
Der hiesige Einsatzleiter bildete Trupps, gemischt aus ‚alten‘ und ‚neuen‘ Helfern, teilte sie auf die am schlimmsten betroffenen Stellen auf und übergab mir die Leitung über die Trupps in einem genau festgelegten Gebiet. Dazu sollte ich mich um die Koordination und den Einsatz der schweren Geräte in diesem Bereich kümmern. Normalerweise ist so etwas Sache des THW. Aber wir mussten aus der Not eine Tugend machen.
Es war dunkel geworden in Ahrweiler. Und trotzdem arbeiteten alle diejenigen weiter, die noch ein wenig Kraft übrig hatten.
Subjektive Meinung
schreibt Thunders
Ahrweiler
schreibt franzl