Entweder, hier war ein Kanalrohr gebrochen oder die Frau hatte sich in die Hosen gemacht, was mich angesichts ihrer aussichtslosen Situation nicht verwundert hätte. Immer wieder redete ich ihr zu, berührte sie, um ihr das Gefühl zu geben, dass ich bei ihr war.
„Ich gehe hier nicht ohne Sie wieder weg, halten Sie durch, es ist bald geschafft.“, versuchte ich sie zu beruhigen.
Es ging langsam voran. Beide Beine waren nun frei, eines davon, das linke, deutlich sichtbar mehrfach gebrochen.
Ihr Unterleib war erreicht. Ein Tanga versuchte ihre Scham zu verbergen. Aber das kleine Stück Stoff war damit hoffnungslos überfordert. Normalerweise würde ich den Anblick schöner Schamlippen genießen, doch jetzt hatte ich keinen Blick dafür.
Und ja, sie hatte sich in die Hosen gemacht. Das sicher öfter als nur einmal. Das kleine Geschäft hatte den Stoff gelb gefärbt, das Große lag zum Teil noch in ihrem Slip und der Rest als Haufen neben ihrem kleinen Po. Ich suchte mir ein Stück Pappe und entsorgte den stinkenden Klumpen am anderen Ende des Hohlraums.
So langsam gehen mir die Superlative dafür aus, was diese Frau ertragen musste. Die letzten Stunden mussten die Hölle für sie gewesen sein. Wie oft mochte sie, in der Hoffnung endlich gerettet zu werden, gebetet haben? Oder dafür, dass es möglichst schnell und schmerzlos zu Ende gehen möge? Wie oft war ihr Leben vor ihren Augen vorbeigezogen? Wie sehr hatte sie mit ihrem Leben abgeschlossen? Sie musste hilf- und tatenlos miterleben, wie ihr kleiner Körper schwächer wurde, wie ihr die Kraft ausging und sie auch noch das letzte bisschen Hoffnung verlor. Sie musste bei vollem Bewusstsein spüren, wie das Leben Stück für Stück aus ihrer sterblichen Hülle wich. Doch nun war ich für sie da, was ihr hoffentlich neue Zuversicht gab.
Ich zog einen langen Balken neben der Frau weg und schob ihn gleich nach oben zu meinem Helfer durch.
Subjektive Meinung
schreibt Thunders
Ahrweiler
schreibt franzl