Es war eine Flucht vor dir, als ich nach Ahrweiler gegangen bin. Ich habe hier meine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht. Und dann habe ich Markus kennengelernt. Er war richtig süß zu mir, hat sich viel Mühe gegeben, um bei mir zu landen. Es war perfekt, bis zu dem Abend nach der Party. Du weißt schon…
Er wollte, dass ich es wegmachen ließ. Aber so etwas kam für mich nicht in Frage. Ja, es war das Kind eines Verbrechers, aber es trug auch meine Gene in sich. Nachdem ich die Entscheidung unumstößlich getroffen hatte, änderte sich Markus mir gegenüber. Ich glaube sogar, dass er eine Geliebte hatte. Naja, den Rest habe ich dir schon erzählt. Verstehst du, sie sind hier begraben. Sie sind meine Familie. Ich kann nicht einfach so zur Tagesordnung
übergehen und so tun, als wäre nichts geschehen. Ich brauche diesen Ort zum Trauern.“
„Wie ich schon sagte, es ist deine Entscheidung und ich verstehe dich. Du kannst kommen, wann immer du willst.
Danke, dass du so ehrlich zu mir bist. Jetzt wird mir einiges klar.
Du hast recht, ich habe mich in meine Arbeit gestürzt. Heute habe ich ein gutgehendes Atelier für Grafikdesign. Wir machen viel im Bereich Werbung. Und bei der Feuerwehr bin ich mittlerweile Gemeindebrandmeister und habe
Verantwortung übernommen.
Ich war damals blind und dachte, die Welt hat nur auf mich gewartet. Ich war egoistisch und der Meinung, die Frauen an meiner Seite sollten doch gefälligst stolz auf mich sein und würden sich meinem Lebensstil schon anpassen. Allerdings brauchte ich ein paar Jahre, bis ich das erkannte. Ich hielt die Frauen um mich herum für gleichgültig und kaum reif genug für eine Beziehung. Du sollst aber wissen, dass ich nach dir, bis heute, keine feste Beziehung mehr hatte. Ich verglich die Frauen immer unterschwellig mit dir, aber keine war wie du. Imke, ich möchte dich als gute Freundin zurückhaben und nicht als die Frau an meiner Seite.“
Ahrweiler
schreibt franzl