Ich konnte sie mir sogar auf einer Gartenliege in meinem Garten vorstellen, wo sie nur mit einem Bikini bekleidet und dem Gips am Bein, die Sonne genoss.
Wäre ich damals nicht so dumm gewesen, dann könnte sie heute meine Frau sein und unsere gemeinsamen Kinder großziehen. Aber so ist das mit dem Buch des Lebens und seinen Prüfungen, die es für uns bereithält.
Vier Tage war ich nicht bei Imke gewesen und mich plagte das schlechte Gewissen. Sicher hatte Susanne längst bei ihr vorbeigeschaut und sie hatten die Feinheiten für die Zeit nach dem Krankenhaus im Detail besprochen.
Ich überlegte sogar, ob ich überhaupt nochmal ins Krankenhaus gehen sollte. Aber ein persönlicher Abschied und ein paar abschließende Worte waren das Mindeste an Anstand, was ich ihr zukommen lassen wollte.
Und natürlich passierte das, was man umgangssprachlich ‚Murphy’s Law‘ nannte. Susanne stand neben dem leicht nach
oben gestellten Krankenbett, als ich den Raum betrat. Eben noch hörte ich lautes Lachen, das jetzt wie auf Knopfdruck abgeschaltet, verstummte. Ich hatte das Gefühl zu stören und hätte am liebsten auf den Hacken wieder kehrt gemacht.
„Sorry, ich will gar nicht lange stören, wollte mich nur kurz verabschieden.“, brachte ich eher stockend hervor.
„Flo, du störst doch nicht, wie kommst du darauf?“
„Ach nur so.“, sagte ich knapp.
Susanne versuchte sich in den Stuhl zu setzen. Aber der Abstand der Armlehnen bot nicht genügend Platz für ihr ausladendes Becken. Sie blickte kurz zu uns, um zu prüfen, ob wir ihr kleines Malheur bemerkt hatten.
Wir hatten und sie wurde leicht rot, als ihr das klar wurde. Beschämt und sichtlich peinlich berührt, stellte sie sich etwas abseits ans Fenster.
„Wieso willst du dich denn verabschieden, werdet ihr abgelöst?“
„Nicht direkt abgelöst. Unsere Zeit hier ist einfach abgelaufen und meine Leute müssen wieder nach Hause.“
„Ja, aber du doch nicht!
Ahrweiler
schreibt franzl