Du bist doch selbstständig. Kannst du nicht noch bleiben?“
„Imke, ich halte das für keine gute Idee. Du hast klar gesagt, dass dein Platz hier ist. Das ist deine Entscheidung und die akzeptiere ich natürlich. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich dich gerne mit zurückgenommen hätte. Deshalb werde ich übermorgen fahren und du wirst bei Susanne bleiben können.“
„Aber … Flo, ich … ich werde dich vermissen.“ Ihre letzten Worte waren ganz leise, so als wären sie nicht für mich, sondern eher an sich selbst gerichtet gewesen. Sie waren wie ein Flüstern und dennoch hatte ich sie verstanden. Sie sprach damit aus, was auch mir im Kopf rumging.
„Imke … ich wünschte, wir hätten uns unter anderen Umständen wiedergetroffen. Und ja, ich werde dich auch vermissen. Ich kann nicht bleiben, mein Leben ist in meinem Haus, in meinem Büro und deines ist anscheinend hier.
Wenn ich dir irgendwie helfen kann, ruf mich einfach an! Ich werde dann so schnell wie möglich hier sein, das verspreche ich dir! Ich kann dich mit Geld und Gütern unterstützen oder du kannst jederzeit zu mir kommen. Ich werde immer einen Platz für dich haben. Auch in meinem Herzen, Imke!“
Sie schüttelte leicht den Kopf. „Nein, bitte ...!“ Sie drückte meine Hände und sah mich an. Mit ihrer Zunge versuchte sie die Tränen zu erwischen, die ihr über die Wangen liefen. „Dann lass mich dir wenigstens einen Kuss geben. Als Dank für die Rettung und dass du da warst.“
Ich beugte mich zu ihr herunter. Als sich unsere Lippen trafen, war es wie ein Stromstoß, der mich durchzuckte.
Sie zog mich fest an sich, so, dass ich ihre weichen Hügel mit den Brustwarzen spüren musste. Sie spielte mit ihrer Zunge an meinen Lippen. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber ich gewährte ihr Einlass.
Dann legte sie ihre Hand hinter meinen Kopf und streichelte meinen Nacken. Es wurde ein langer Kuss, sinnlich, liebevoll und erotisch.„Vergiss es bitte nicht, Imke! Jederzeit, Tag und Nacht. Ich würde mich sehr freuen, wenn unser Kontakt nicht wieder völlig abbrechen würde. Alles wird wieder gut, die Zeit heilt die Wunden.“
Ein letztes Mal strich ich ihr die Haare aus der Stirn und küsste sie sanft auf die Nasenspitze. „Mach‘s gut, Maus.“
Dann drehte ich mich um und verließ das Krankenzimmer ohne mich noch einmal umzudrehen. Ich konnte es einfach nicht! Mir liefen die Tränen und ich wollte nicht, dass sie es sah. Gleichzeitig wollte ich aber auch nicht ihr verheultes Gesicht als das Letzte in Erinnerung behalten, was ich von ihr gesehen hatte.
Ich stand vor der Zimmertür und hörte sie schluchzen, das reichte aus, um mir einen Stich ins Herz zu versetzen. Nachdem ich mich von ihr verabschiedet hatte, ließ ich ihr keine Chance, sich auch von mir zu verabschieden. Mit dem innigen Kuss, den ich von ihr bekam, hatte sie alles ausgedrückt, was es auszudrücken gab.
Ahrweiler
schreibt franzl