Ahrweiler - Teil IV

oder: nach einem Ende, folgt immer ein neuer Anfang

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Ahrweiler - Teil IV

Ahrweiler - Teil IV

Gero Hard

Die Fahrt zurück an die Weser war geprägt von den gefühlt tausend Fragen, die Imke auf der Seele brannten.

Wie es uns denn in der Zeit ergangen war, wer von ihren Bekannten weggezogen war oder welche ihrer Freundinnen mittlerweile Kinder bekommen hatten und so weiter …!

Mit ihren Eltern hatte sie logischerweise mehr Kontakt als mit mir, deshalb stand ich unter Dauerbeschuss.

Wir hatten Zeit ohne Ende und so erzählte ich ihr, wie ich meine Agentur aufgebaut und zum Erfolg geführt hatte. Aus welchen Bereichen meine Kunden kamen und wie mein Tag jetzt so aussah.

Imke war auffallend neugierig und hörte mir sehr aufmerksam zu. Oft fragte sie nach, wenn etwas unklar geblieben war oder sie besonders interessierte.

„Warum hast du eigentlich niemanden für die Büroarbeit, wenn du doch vor Papierkram erstickst?“

Das war eine berechtigte Frage, über die ich ehrlich gesagt noch nie so richtig nachgedacht hatte.

Bisher war es für mich selbstverständlich gewesen, nach Büroschluss am Schreibtisch zu sitzen. Für die Feinarbeiten hatte ich sowieso einen gut bezahlten Steuerberater.

„Vermutlich, weil ich gewohnt bin, meine freie Zeit allein zu verbringen. Auf mich wartet sonst niemand.“

„Das ist wirklich schade. Aber das muss ja nicht immer so bleiben.“

Ich sah sie an und sie zwinkerte mir zu. „Flo, wärest du mir sehr böse, wenn ich erst einmal mit zu meinen Eltern gehe?

Du bist den ganzen Tag beschäftigt und Mama hätte Zeit für mich. Und in zwei Wochen, wenn die Nachkontrolle gut ausfällt, muss ich eh erst in die Reha. Und dann sehen wir weiter, ja?“

„Aber nur, wenn ich dich jeden Abend besuchen darf!“

„Ich bitte sogar darum.“

Und so kam es, dass ich die drei am späten Nachmittag bei ihnen zu Hause absetzte. In meinem Auto blieb eine Leere zurück, die mir im ersten Augenblick unheimlich vorkam, obwohl ich es doch eigentlich gewohnt war.

Mein Kopf war voll mit Gedanken zum Thema Imke.

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