Ahrweiler - Teil IV

oder: nach einem Ende, folgt immer ein neuer Anfang

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Ahrweiler - Teil IV

Ahrweiler - Teil IV

Gero Hard

Wo sollte ich mit meiner Hilfe anfangen? Die Frau hatte praktisch nichts außer dem, was sie am Leib trug. Genaugenommen nicht einmal das, weil Hemd und Hose von mir waren.

Nur ihre getragene Unterwäsche und ein paar Teile zum Wechseln, die sie in einer Tragetasche unterbringen konnte, waren ihre.

Als produktiver Arbeitstag taugte der Rest des Tages sowieso nicht mehr. Jetzt noch was anzufangen, lohnte nicht. In meiner Agentur lief es auch ohne mich. Ohnehin war dort in wenigen Minuten Feierabend.

Ich parkte meinen Audi an einer großen Shoppingmeile. Mein Ziel waren Läden wie Pimkie oder Orsay, die auch junge Mode in kleinen Größen anboten. Mich trieb nichts und so schlenderte ich gemütlich von Laden zu Laden, stöberte in Regalen und Kleiderständern, ließ mich von jungen Verkäuferinnen beraten und war am Schluss bepackt wie ein Esel. Ich musste sogar ein paar Tüten an den Kassen deponieren und später abholen, weil ich nicht alles tragen konnte.

Am Schluss hatte ich haufenweise Unterwäsche von Hunkemöller, Oberteile und einige Kleider und Röcke von H&M. Dazu leichtes Schuhwerk von Sketchers, in das sie einfach hineinschlüpfen konnte und vieles andere.

Für daheim mussten es ein Paar warme Hüttenschuhe sein. Frauen haben immer kalte Füße.

Das alles sollte der Grundstein für ihre neue Garderobe sein. Hosen wollte ich im Moment noch nicht kaufen, weil die über den Gips eh nicht angezogen werden konnten. Jogginghosen taten es übergangsweise auch und für die Reha einen schicken Bademantel.

Es war spät geworden. Die lange Fahrt und die anschließende Shoppingtour hatten mich müde gemacht.

Daheim angekommen machte ich mir ein Bier auf und flegelte mich auf meine Big-Size Couch. Im Fernseher ratterte ein in grelles Licht gehüllter Mann die Schlagzeilen des Tages herunter. Ich nahm das nur im Unterbewusstsein wahr, denn meine Gedanken waren bei ihr … bei Imke!

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