Auf dem Weg dorthin hatten wir uns einen Rollstuhl in einem Sanitätshaus geliehen. Wir brauchten sowieso einen, damit sie sich im Büro bewegen konnte.
Ich schob sie die Hafenpromenade entlang und wenn uns danach war, blieben wir stehen und beobachteten die Möwen, die hinter den Schiffen herumflogen. Und wir gönnten uns in aller Ruhe einen Chai Latte.
Wir machten eine große Hafenrundfahrt, saßen an der Reling und sahen uns die riesigen Containerschiffe an. Überall dümpelten kleine Barkassen und kämpften sich den Weg durch die Wellen. Aus einem Lautsprecher krächzte die Stimme des Kapitäns, der versuchte den Fahrgästen die Sehenswürdigkeiten und deren Geschichten zu erklären. Natürlich war eine Menge Seemannsgarn dabei, aber das war uns egal. Für den Moment zählten nur wir beide.
Imke zog meine Hände um sich herum, wenn ich dicht hinter ihr stand. Wo immer es ging, suchte sie meine Nähe.
Der Hamburger Dom hatte geöffnet und ich schob mit Imke über den Jahrmarkt. Natürlich kannte sie von damals noch das bunte Treiben und trotzdem genossen wir jede Minute. Sie freute sich wie ein kleines Mädchen, als ich ihr ein Lebkuchenherz kaufte. ‚Meine Prinzessin‘ stand darauf. Freudestrahlend hängte sie es sich um, so dass es auf ihren Brüsten baumelte. Von Zeit zu Zeit nahm sie es hoch und sah es verträumt an.
Ihre Blicke, die sie mir über ihre Schulter hinweg zuwarf, strahlten vor Freude und ihre Mundwinkel waren zu einem Dauerlächeln eingefroren.
Zum Abschluss trug ich sie ein paar Stufen hinunter und öffnete die Tür zu einem bekannten, urigen Restaurant an der Hafenpromenade, das ‚Hard Rock Café‘.
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