“
„Das sehen wir, wenn es so kommen sollte. Und jetzt schwing deinen süßen Hintern ins Bett. Um zehn hole ich dich dann ab.“
Sie nickte kurz, schloss die Tür auf und humpelte unbeholfen hinein. „Schlaf gut.“, sagte sie, bevor die Metalltür ins Schloss fiel.
Kapitel 8
Meine Mitarbeiter standen zusammen auf und klatschen Beifall, als ich mit Imke in das Atelier kam. Sie konnte die Tränen der Rührung nicht verkneifen. Die Frauen begrüßten sie mit einer herzlichen Umarmung und die männlichen Kollegen hielten sich mit Aufdringlichkeiten zurück.
Ich hatte Imke bereits angekündigt und dabei nicht verschwiegen, dass sie mehr oder weniger zu mir gehörte. Damit war sie für meine Mitarbeiter tabu, in jeder Hinsicht. Damit meinte ich nicht nur auf sexuellem Gebiet, sondern auch den betrieblichen Umgang mit ihr. Damit schloss ich zynische oder abfällige Bemerkungen Imke gegenüber aus.
Sie war an manchen Tagen noch sehr nah am Wasser gebaut. Dann flossen Tränen mit oder ohne ersichtlichen Grund.
Das Unglück und die Trauer um ihre Familie brachen dann einfach wieder durch.
Imke würde sicher Fehler machen und ich wollte nicht, dass man sie deshalb auslachte oder verhöhnte. Ich greife mal vor: Meine Sorge diesbezüglich war völlig unbegründet. Imke war von Stunde null an ein vollwertiges Teammitglied. Jeder half ihr, wenn sie Fragen hatte, oder schlossen sie in ihre Unterhaltungen mit ein.
Meine Mitarbeiter hatten Imkes Schreibtisch geschmückt und ich hatte einen Blumenstrauß darauf drapiert. Über ihrem Arbeitsplatz baumelte eine ‚Herzlich Willkommen‘- Girlande und Maja überreichte ihr eine eigens angefertigte Bürotasse mit ihrem Namen drauf. Imke strahlte übers ganze Gesicht. Ich wusste, dass meine Mitarbeiter Teamplayer waren, aber solch einen Empfang hätte ich ihnen nicht zugetraut. Handyfotos wurden gemacht, mit einem Glas Sekt angestoßen und dann musste sich Imke erstmal vorstellen.
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