Ich weiß nicht, ob …?“
„Ob was?“
„Ach nichts.“
Den restlichen Weg sagte sie nichts mehr. Ihr Blick war auf ihren Schoß gerichtet, wo ihre Finger verflochten auf ihrem Gips lagen. Dadurch, dass der Sitz ziemlich nach hinten gefahren war, hatte sie für ihr gestrecktes Bein ausreichend Platz. Sie war weit in ihren Sitz hineingerutscht und vereinzelt sah ich eine Träne auf ihre Jogginghose fallen.
Wie immer hatte ich meinen Arm auf der Mittelarmlehne abgelegt und die Hand lag gemütlich auf dem Schaltknauf des Automatikgetriebes. Meine Gedanken waren schon im Hotel, wo ihre Eltern gleich sicher große Augen machen würden.
Unvermittelt spürte ich ihre Hand auf meiner. Sie versuchte ihre Finger zwischen meine zu drücken, um sie zu verflechten. Sie sah mich von der Seite an.
„Flo, haben wir noch etwas Zeit bis zum Frühstück?“
„Ja, ich muss sowieso noch in mein Zimmer, meine Reisetasche holen. Warum fragst du, Maus?“
„Ich würde gern mal wieder in einer sauberen Dusche duschen. Ich muss mich wegen dem blöden Gips dabei hinsetzen und bei Susanne hatte ich Angst, dass ich mir was einfange. Na ja, ich dachte, ich könnte eben bei dir …?“
„Meinst du nicht, dass deine Mutter die Richtigere für den Job wäre?“
„Sie hat nicht die Kraft mir aufzuhelfen. Und du wirst mir schon nichts weggucken. Außerdem hast du mich schon oft nackt gesehen.“, aus ihrem Lächeln war ein verschmitztes Grinsen geworden.
Nachdem ich im Parkhaus einen Platz gefunden hatte, machten wir uns auf den Weg zum Aufzug und fuhren nach oben.
Imke war aufgeregt, ihre Gesichtsfarbe verriet sie. Wie ein kleines Kind freute sie sich auf die Dusche. Es war ihr egal, dass ich sie gleich völlig nackt sehen würde. Ich versuchte noch einmal, sie davon abzubringen und davon zu überzeugen, ob ihre Mutter nicht vielleicht doch…?
Sie ließ sich nicht umstimmen.
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