Sie kraulte mir den Haaransatz im Nacken und sah mich weiter von der Seite an, bis sie irgendwann eingeschlummert war.
Kapitel 13
Ich hatte ein altes Glas als Blumenvase neben dem Holzkreuz eingegraben und die Blumen liebevoll darin arrangiert.
Imke stand die ganze Zeit neben mir und hielt meine Hand. Sie erzählte Lennart von unserem ersten Streit, der ja so dumm war. Natürlich verschwieg sie den Grund für diese Eifersuchtsszene. Aber sie erzählte, wie stolz sie auf mich war und dass nun alles gut werden würde.
Sie hatte Tränen in den Augen, als sie den Schwangerschaftstest aus der Tasche zog und sagte: „Sieh‘ mal, du bekommst ein Geschwisterchen! Freust du dich? Wie gern hätte ich euch zusammen in der Sandkiste spielen sehen oder im Pool plantschen.“
Ich legte meinen Arm um ihre Schulter.
„Ich auch mein Engel, das hätte ich auch gern gesehen.“
Sie lehnte ihren Kopf an meine Schulter und weinte. Ich ließ sie und gab ihr die Nähe, die ihr die nötige Sicherheit vermittelte.
Es dauerte eine Weile, bis Imke sich wieder gefasst hatte. „Danke!“, murmelte sie und begann das Unkraut zu zupfen, dass langsam aber sicher Besitz von Lennarts Sandhügel ergriff.
Über eine Stunde blieben wir auf dem Friedhof. Der von mir befürchtete, neuerliche Zusammenbruch von Imke, blieb Gott sei Dank aus. Auch Markus‘ Grab bekam eine kleine Schönheitspflege verpasst, wenn auch nicht so umfangreich, wie das von Lennart.
Es war spät geworden und es wurde Zeit für unser Abendbrot. Wir suchten uns ein nettes, griechisches Restaurant und ließen den aufregenden Tag bei überbackenen Feta-Käse, gefüllten Weinblättern und leckeren Spezialitäten des Hauses ausklingen.
Bei der Gelegenheit erfuhr ich dann auch, dass Maja meiner Imke gehörig den Kopf gewaschen hatte, weil sie diese Aktion im Mietwagen abgezogen hatte und dann nochmal, als sie von der Schwangerschaft erfuhr.
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