Ahrweiler - Teil IX

Nicht alles endet irgendwann!

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Ahrweiler - Teil IX

Ahrweiler - Teil IX

Gero Hard

Nun brannte Imke natürlich darauf, die freudige Nachricht der ganzen Welt zu erzählen. Ich bremste ihre Euphorie ein wenig, weil in den ersten Monaten doch so viel passieren konnte, jedenfalls liest man viel davon. Jemand hatte mir mal erzählt, dass der Fötus erst nach drei Monaten richtig festsitzen würde. Ob das stimmte? Ich wusste es nicht, aber für mich war das die magische Grenze, die es zu beachten galt. Aber völlig klar war, dass sie es ihren Eltern so schnell wie möglich erzählen wollte.

„Wann besuchen wir denn mal deine Eltern? Die müssen das doch auch wissen. Und überhaupt, du hast die ganze Zeit, seit ich bei dir bin, noch nichts von ihnen erzählt.“, stellte Imke fest.

„Liebling, du fragst völlig zurecht nach ihnen. Sie spielen schon lange keine große Rolle mehr in meinem Leben. Sie haben hier alles verkauft und sich von dem Geld auf den kanarischen Inseln eine Finca gekauft und eine Residencia beantragt. Am Anfang sahen wir uns noch mindestens zweimal im Jahr, dann irgendwann nur noch einmal und neuerdings telefonieren wir sogar nur noch sehr selten miteinander.“

„Was ist eine Residencia?“

„Das ist eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung im spanischen Hoheitsgebiet. Damit verbunden ist die Eintragung ins zentrale Einwohnerregister für Ausländer.“ 

„Können wir sie anrufen?“

„Jetzt?“

„Warum nicht?“

„Weil ich damit keine Eile habe. Ich bin nicht mal sicher, ob sie gerne Großeltern werden möchten. Deine Eltern sind da ganz anders.“

„Flo, ich glaube, du tust deiner Mutter unrecht. Ich habe sie als eine sehr fürsorgliche und tolle Frau in Erinnerung.“

Ich legte ihr mein entsperrtes Telefon auf den Tisch.

„Schatz, wenn du meinst, sie sollten es wissen, dann mach du das.“, zuckte ich mit den Schultern. Sie griff danach und lehnte sich zurück. Es klingelte eine kleine Ewigkeit, bis ich die durchdringende Stimme meiner Mutter erkannte.

„Hallo, Florian…?!“

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