Und das tat ich wirklich. Aber nur noch eine Woche, dann hatte ich meine Hübsche wieder.
Dann rief ich im Reisebüro an und buchte eines der per Mail angebotenen Reiseziele. 14 Tage Mauritius, mit allem Drum und Dran sollte es sein. Ich wollte, dass meine Maus auf nichts verzichten musste. Flug erster Klasse, 5 Sterne Hotel, all inclusive, in einem kleinen Hotel unmittelbar am Strand. Dann fuhr ich in die Stadt, betrat mit einem mächtigen Glücksgefühl im Bauch das Reisebüro, unterschrieb die ausgedruckten Unterlagen und zahlte mit Kreditkarte.
Noch während ich vor der Reisekauffrau saß, erreichte mich der Anruf des Beerdigungsinstituts, dass ich mit der Umbettung von Lennart und Markus beauftragt hatte. Man hätte alle erforderlichen Unterlagen und Genehmigungen zusammen und konnte nun mit der Exhumierung beginnen. Ich versprach einen kleinen Bonus, wenn das diese Woche noch über die Bühne gehen könnte. Na ja, ich durfte gespannt sein.
Der nächste Weg führte mich zum Juwelier meines Vertrauens. Dort ließ ich mir einige traumhaft schöne Ringe zeigen.
Ich hatte ein Größenmuster in der Tasche, einen von Imkes Modeschmuckringen, die sie öfter trug.
Die Verkäuferin war eine zuckersüßes Ding. Jung, hübsch, fachkompetent, geduldig und mit einem exzellenten Geschmack gesegnet. Unermüdlich legte sie ein Tablett nach dem anderen auf den Tresen, auf denen die schönsten Ringe aufgereiht steckten. Man merkte ihr an, dass es ihr Spaß machte, mich zu bedienen. Schmuck in dieser Preisklasse verkaufte sie sicher nicht so häufig. Sie lächelte mich immer wieder verschmitzt an, steckte sich verschiedene Ringe auf ihre schlanken Finger um mir zu zeigen, wie sie an einer schmalen Frauenhand wirkten. Ihre künstlichen Fingernägel waren kunstvoll verziert und akkurat gefeilt und bildeten zusammen mit den Ringen ein kleines Kunstwerk.
Meine Wahl fiel auf einen 4mm breiten 999 Gelbgold-Ring, der mit kleinen, funkelnden Diamantsteinchen besetzt war und mich ein kleines Vermögen gekostet hatte.
Aber für die Mutter meiner Kinder und meiner Ehefrau, wenn sie denn ‚Ja‘ sagen würde, war mir nichts zu teuer.
Das mit feinem Samt ausgeschlagene Wallnussholz-Schächtelchen verschwand in der Tasche meines Sakkos, als ich freudestrahlend das Geschäft verließ.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.