Ahrweiler - Teil V

oder: nach einem Ende, folgt immer ein neuer Anfang

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Ahrweiler - Teil V

Ahrweiler - Teil V

Gero Hard

Sie hatten damit gerechnet, dass sie schon heute ihren ersten Tag haben würde und sich sehr auf sie gefreut. Besonders Maja war enttäuscht, dass Imke nicht mitgekommen war. Überhaupt war Maja diejenige, der ich am ehesten zutrauen würde, Imke als Freundin zu gewinnen. Silke, die andere Kollegin, war vom Typ her eine ganz andere Welt. Sie war flippig, ließ trotz des Eherings an ihrem Finger, nichts anbrennen und machte daraus auch kein besonderes Geheimnis. Als erstes waren natürlich meine männlichen Mitarbeiter die Nutznießer ihres umtriebigen Verhaltens. Ich erwähnte es bereits, all das war mir egal, solange das Betriebsklima und die Qualität der Arbeit nicht darunter litt. Und Maja blieb dabei sowieso außen vor. Die Männer in meinem Team hatten genug mit ihren eigenen Ehefrauen und mit Silke zu tun, da blieb sie als ‚Betriebsküken‘ auf der Strecke. Sie berichtete zwar hin und wieder von Freunden oder auch mal von einem Erlebnis, das sie an einem Wochenende erlebt hatte, aber von einer besten Freundin oder einem festen Freund hatte ich sie nie berichten hören. Weil sie mir einen wirklich sehr traurigen Eindruck machte, nahm sie deshalb an die Seite, um mit ihr zu reden.

„Maja, es geht mich zwar nichts an, aber kann es sein, dass dir eine gute weibliche Freundin fehlt, oder warum genau bist du traurig?

Sie schaute mich entsetzt an und benahm sich, als hätte ich sie beim Klauen im Supermarkt erwischt. „Woher …?“

„Ich bin doch nicht blind, ich sehe doch, wie du bei den Kollegen im Abseits stehst, wenn sie sich über ihre Abenteuer unterhalten und wenn du von deinen Freunden erzählst.“

„Es stimmt, ich habe nicht viele Freunde, weil ich nicht so bin wie sie.“

„Wie sind sie denn?“

„Die vögeln nur in der Gegend rum und sind dann stolz drauf und prahlen damit rum. Egal ob Jungs oder die Mädchen.“

„Und was ist so schlimm daran, sich die Hörner abzustoßen?“

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