„So Leute, vielleicht war es vorhin nicht in Ordnung, dass ich das Verhalten von Silke so angeprangert habe. Dafür möchte ich mich bei ihr in aller Form entschuldigen. Bitte entschuldige Silke, es war nicht fair von mir.
Und dennoch hilft es vielleicht, euch wieder an eure Partner und Familien zu erinnern und daran, was ihr ihnen mit der Fremdgeherei antut. Wie würdet ihr euch denn fühlen, wenn ihr herausbekämt, dass eure Frauen und dein Mann fremdgingen? Denkt mal darüber nach. Und mehr möchte ich zu dem Thema auch nicht sagen. Ich hoffe, ihr seid alle am Montag wieder mit klarem Kopf am Start und macht eure tolle Arbeit weiter. Und jetzt möchte ich eure langen Gesichter nicht mehr sehen. Ab nach Hause mit euch …! Wochenende!“
Wortlos nahmen die Leute ihre Sachen und verließen das Büro. Keiner von ihnen verabschiedete sich persönlich von mir, was sonst eigentlich üblich war. Aber es passte zur schlechten Stimmung.
Ich buchte noch schnell das Zimmer und bestellte ein frisches Grabgesteck beim Floristen, löschte überall das Licht und ging nach oben zu meiner Freundin.
Imke sah mir sofort an, dass mir etwas die Stimmung verhagelt hatte. „Was ist denn dir über die Leber gelaufen, Liebling?“ Ich erzählte ihr, dass Silke mit meinen beiden männlichen Angestellten ein Verhältnis hatte und das sie es auch schon bei mir versucht hatte.
„Der Schlampe kratze ich die Augen aus!“, unterbrach sie mich wütend.
„Keine Sorge, da ist nichts und da war auch nichts. Sie ist verheiratet.“, beruhigte ich sie. Ich ließ auch nicht aus, was sich heute im Büro abgespielt hatte, dass ich die Arbeitsplätze tauschen ließ und was ich mit meinen beiden Ansagen erreicht hatte.
„Wow, das war ja starker Tobak. Aber ich bin froh, dass du es angesprochen hast. So sind die Fronten gleich klar.“, sagte Imke und legte mir eine warme Hand auf den Oberschenkel.
„Ich befürchte nur, dass sich Silke aus der Schusslinie nehmen wird.“
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