Die Fahrgastzelle war von der Leitplanke vollständig zusammengedrückt worden. Kaum vorstellbar, dass in diesem Fahrzeug jemand überlebt haben konnte.
Jeder versuchte möglichst viele Details zu erkennen und ergötzte sich an dem Leid anderer. Schaulustige blieben mit ihren Autos fast stehen und drehten Handy-Videos oder machten Fotos, bis sie von der Polizei dabei erwischt und verwarnt wurden.
Auf der Gegenfahrbahn das gleiche Spiel. Selbst dort hatte sich ein langer Stau gebildet, weil die Gier nach Sensationen und Gruselbildern die Schaulust schürte.
Es war Sonntag, später Nachmittag und entsprechend viele Leute waren auf dem Weg nach Hause. Hatten vielleicht
ihre Verwandten besucht und waren froh, es endlich hinter sich gebracht zu haben. Andere hatten mit ihren Familien einen Tagesausflug gemacht und die Kinder wurden nun vielleicht durch die langweilige Warterei langsam quengelig. So gesehen war ich mit meiner Beifahrerin mehr als glücklich beschenkt.
****
Imke und ich hatten nicht wirklich körperliche Schwerstarbeit geleistet, dennoch standen wir, emotional ausgelaugt, nach unserer Ankunft zu Hause, zusammen unter der Dusche. Das Wasser tat so gut und es hatte was Erotisches, als es über Imkes helle Haut und dem flachen Bauch lief, um dann von ihrer Schamspalte abzulaufen. Wir standen eng voreinander und hatten unsere Hände auf den Hüften und die Köpfe auf den Schultern des Partners gelegt. Es sah aus, als würden wir regungslos meditieren, als ginge es darum, einen sinnlichen Moment zu genießen, ohne erregt zu werden. Denn wir waren nicht erregt, nur wahnsinnig verliebt und suchten die wohltuende Nähe des anderen.
„Schatz, wärest du sehr böse, wenn wir heute Abend wieder nicht miteinander schlafen würfen? Ich bin ziemlich müde und es war gestern so schön, von dir in deinen Armen gehalten, einzuschlafen. Ich fühlte mich so geborgen und beschützt wie noch nie.“
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.