Überhaupt war sie sehr einfallsreich, wenn es darum ging, mich scharf zu machen.
Wir hatten an diesem Abend wirklich keinen Sex mehr. Obwohl mich der Anblick ihrer meist nackten Kuppeln schon sehr anmachte. Aber irgendwann rutschte ihr Arm schlaff von meiner Brust und landete auf meinem kleinen Zepter. Sie war einfach so eingeschlafen. Friedlich lag sie auf meiner Brust und ihr warmer Atem streifte meine Haut.
Ich stellte den Käse zur Seite, tötete die schmalzige Komödie im TV und zog die Decke über uns.
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Maja fiel Imke um den Hals, als sie morgens mit mir zusammen das Atelier betrat. Alle begrüßten Imke freundlich und hießen sie erneut willkommen. Nur Silke war nicht da. Niemand hatte etwas von ihr gehört, keiner hatte sie gesehen oder eine Nachricht von ihr bekommen. Nicht einmal Ralf, der sie ja in- und auswendig kannte, wusste etwas.
Wir machten uns etwas Sorgen, aber kümmerten uns nicht weiter. Sie würde sich schon melden. Vielleicht hatte sie sich eine Erkältung eingefangen oder war aus anderen Gründen unpässlich. Es war auch denkbar, wenn auch ungewöhnlich, dass sie verschlafen hatte.
Imke richtete sich mit Majas Hilfe häuslich ein und bekam eine Einweisung in die verschiedenen Softwarelösungen. Es war eine gute Entscheidung von mir gewesen, Maja und Imke zusammenzusetzen. Das sonst so zurückhaltende Betriebsküken blühte in Imkes Nähe auf, wurde wieder so locker wie ich sie anfangs kennengelernt hatte und war mit Begeisterung bei der Sache.
Es wurde halb zehn und so langsam machte ich mir dann doch Sorgen um Silke. War ich zu weit gegangen? Traute sie sich deshalb nicht mehr ins Büro? Oder wollte sie nicht mehr neben Ralf sitzen und schwänzte deshalb den Job?
Ich rief Ralf zu mir ins Büro und verhörte ihn regelrecht. Irgendwann knickte er ein und gestand, sich gestern Abend mit Silke getroffen und mit ihr geschlafen zu haben, was aber gründlich schiefgelaufen war, weil ihr Ehemann sie quasi in flagranti erwischt hatte. Ralf wurde mit einem Arschtritt, nackt wie er war, hinausgeworfen. Er angelte sich eine Sonntagszeitung aus einem Briefkasten, bedeckte seine zusammengefallene Erektion notdürftig und schlich sich zu seinem Auto. Was mit Silke danach passiert war, wusste er tatsächlich nicht. Sie hatte ihn auf allen Plattformen gesperrt und auch seine Handynummer blockiert.
Wie ein begossener Pudel saß Ralf vor mir und suchte nach Entschuldigungen. Bei mir war er da an der völlig falschen Adresse. Ihm und Silke war es nun zu verdanken, wenn das Betriebsklima, auf das ich bis Freitag unglaublich stolz war, einen ziemlichen Knacks bekommen hätte.
Mein Handy brummte und auf dem Sperrbildschirm erschien kurz die Info „Sieh in den Briefkasten“. Sie war von Silke. „Du bleibst hier sitzen!“, sagte ich zu Ralf und fand neben anderer Post auch einen Brief von Silke.
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