Keine Begrüßung, kein ‚Hallo‘, nur dieser eine kleine Satz. Doch der änderte meine Stimmung schlagartig.
„Was heißt das, du darfst da nicht weg?“, fragte ich nach.
„Patienten dürfen das Klinikgelände nicht verlassen. Jedenfalls nicht offiziell. Aus versicherungstechnischen Gründen, hat die Stationsärztin gesagt, als ich mich für’s Wochenende abmelden wollte.“
„Na, dann komme ich eben jeden Tag zu dir. Dann haben wir auch den ganzen Tag für uns.“
„Aber ich würde auch gern die Nächte mit dir verbringen.“
„Ja, das würde ich auch gern. Aber auch diese Zeit werden wir überstehen. Sind doch nur drei Wochen.“
„Ja aber … ach man, ich vermisse dich so sehr. Deine Umarmungen, deine Küsse … eben alles.“
„Maus, ich komme morgen Nachmittag. Wann hast du denn deine letzte Anwendung?“
„Warte, ich muss nachsehen … 15 Uhr Wassergymnastik. Also ab 4 wäre ich fertig.“
„Gut, ich werde pünktlich da sein, das verspreche ich.“
„Können wir uns dann ein kleines Versteck suchen? Ich würde dich super gern vernaschen.“
„Lass‘ dich überraschen, Prinzessin. Und nun sei nicht mehr traurig, ich freu mich auf dich.“
„Ich mich auch auf dich. Wenn es denn doch nur schon morgen wäre.“ Ihre Stimme hatte wieder diesen traurigen Unterton bekommen, was auch meine Miene wieder verfinsterte.
Ich erzählte ihr, dass Silke eine Wohnung gefunden hatte und ihr Mann des Hauses verwiesen wurde. Imke reagierte, wie ich es erwartet hatte. Sie war natürlich froh, dass ich keine Nacht mit Silke in meinem Haus verbringen musste ohne, dass sie dabei war. Hörte ich da etwa Eifersucht in ihrer Stimme? Ganz sicher war es so. Und doch war sie es, die sich vor ein paar Tagen von Maja verwöhnen ließ. Da waren wir auch schon zusammen und ich hätte jedes Recht der Welt gehabt, eifersüchtig zu sein.
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Es war Freitag am späten Nachmittag, als ich auf den Parkplatz des Reha-Zentrums einbog. Freie Parkplätze gab es reichlich.
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