Ahrweiler - Teil VII

Nicht alles endet irgendwann!

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Ahrweiler - Teil VII

Ahrweiler - Teil VII

Gero Hard

Vermutlich hatte ein Großteil der Belegschaft bereits Feierabend und war in das wohlverdiente Wochenende gestartet. Viele Besucher hatten an einem Freitagabend sicher nicht den Weg hierher gefunden, also hatte ich freie Auswahl.

Ich hatte gerade den Motor ausgemacht, als mich eine Nachricht von Imke erreichte. „Bist du schon unterwegs?“, verbunden mit einem Kuss-Emoji.

„Bin schon da!“, antwortete ich kurz zurück.

„Ich erwarte dich in der Halle!“, schrieb sie zurück.

Imke stand mit ihrem Rollstuhl mitten in der Empfangshalle, ihren Blick starr auf die Eingangstür gerichtet. Sie war nicht zu übersehen. Taktisch perfekt hatte sie sich postiert. Hatte damit allerdings vielen anderen den Weg versperrt, die jetzt aufwendig um sie herummanövrieren mussten.

Sie sah mich und rollte so schnell es ging auf mich zu. Ich musste sie mit meinen Händen bremsen, sonst wäre sie mir mit Wucht in die Beine gefahren.

Gerade mal zwei Tage waren vergangen, dass wir uns das letzte Mal sahen. Und doch hatte sie feuchte Augen, als sie mir ihre Arme um den Körper schlang. „Bring mich hier bitte weg.“, flüsterte sie mir ins Ohr.

„Wo willst du denn hin?“, fragte ich erstaunt.

„Wir haben noch fast zwei Stunden bis zum Abendbrot. Ich will hier einfach raus. Und wenn wir nur mit dem Auto durch die Gegend fahren, das ist mir egal. Nur weg hier.“

Wenn es ihr egal war, sollte es mir nur recht sein. Ich schob sie durch die Eingangstür Richtung Parkplatz, als sie plötzlich und für mich unerwartet die Handbremse zog.

„Ich möchte jetzt sofort einen Kuss von dir.“, bestimmte sie mit gespielt entrüsteter Stimme. In der Halle hatte sie ihren Kopf zur Seite gedreht, als ich sie küssen wollte. Na gut, dachte ich, es ist ihr bestimmt peinlich vor den Leuten.

Doch hier auf dem Weg war außer uns niemand und so beugte ich mich zu ihr herunter und küsste sie innig. Sie erwiderte den Kuss, in den sie eine große Portion ihrer Liebe legte.

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