Ahrweiler - Teil VII

Nicht alles endet irgendwann!

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Ahrweiler - Teil VII

Ahrweiler - Teil VII

Gero Hard

Irgendwann flog das Ding mit Schwung und einem wenig damenhaften Fluch in ihre Tasche.

„Verdammtes Mistding, ich verstehe diese scheiß Technik nicht.“

„Ach Schatz, nicht aufgeben. Hol’s nochmal raus, ich denke, wir haben jetzt viel Zeit. Komm Schatz, ich zeig dir wie’s geht.“ 

Der Stau war gegen uns. Kurz nachdem wir endgültig zum Stehen gekommen waren, mühten sich diverse Kranken- und Feuerwehrwagen durch die Autoschlangen. Ich fuhr lange genug Auto um zu wissen, dass irgendwo da vorn ein schlimmer Unfall passiert sein musste. Die Luft war geschwängert von den schrillen Tonfolgen der Martinshörner und überall zitterten Blaulichtern. Ein Hubschrauber kreiste und landete etwa 500m vor uns auf der gesperrten Autobahn.

„Lass uns ein Nickerchen machen, das wird dauern.“, schlug ich vor.

Imke hatte die Mittelarmlehne nach oben geklappt und sich so weit wie möglich zu mir herübergelehnt. Es sah ziemlich ungemütlich aus, wie sie so dalag. Aber sie hatte sich entschlossen an meiner Brust zu schlafen und war davon auch nicht abzubringen. Sie schlief unruhig, was sicher ihrer verdrehten Lage zuzuschreiben war, aber sie schlief.

Ich hatte meine Seitenscheibe ein wenig heruntergefahren, um vom Motorengeräusch aufzuwachen, falls es endlich weitergehen würde und legte meinen Kopf an das sonnengetönte Glas.

Über eine Stunde dauerte es, bis der Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbeigeleitet wurde. Ein schrecklicher Anblick, überall lagen blutverschmierte Kompressen, Infusionsschläuche, an denen noch bunte Nadeln zu erkennen waren und ein Auto, dessen kompletter Motor von der Wucht des Aufpralls herausgerissen, auf der Fahrbahn lag. Zwei Fahrzeuge waren an der Karambolage beteiligt gewesen. Eines davon war hinten bis zur Heckscheibe eingedrückt und die Airbags baumelten luftleer am Armaturenbrett.

Das andere, wie gesagt ohne Motor, war nahezu in zwei Teile zerrissen.

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